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Heft 2/2011

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Themenschwerpunkt:
Trauma und Krankheit

(Hrsg. Manfred Sauer und Sabine Emmerich)

Editorial
Manfred Sauer und Sabine Emmerich

Rosmarie Barwinski
Abstract
Der Körper als Ausdrucksfeld traumatischer Erfahrungen

Der Schlaganfall – Ursachen und Wirkungen
Abstract
Kurt Mosetter und Reiner Mosetter

Helmut Schaaf und Christiane Eichenberg
Abstract
Kriegsnachbeben im Ohr ... bei zusammenbrechenden Welten. Kasuistik und Katamnese über eine akute psychosomatische Behandlung einer damals 78, jetzt 88 Jährigen Patientin

Manfred Sauer und Sabine Emmerich
Abstract
Ärztlich-psychotherapeutische Praxis – ein Modell interdisziplinärer Triangulation

Gottfried Fischer
Abstract
Minima Pathologica
Auszug aus Logik der Psychotherapie – philosophische Grundlagen der Psychotherapiewissenschaft

Yvette Barthel, Jochen Ernst, Stephanie Rawohl, Annett Körner, Antje Lehmann und Elmar Brähler
Abstract
Psychosoziale Situation von Studierenden – Beratungs- und Behandlungsbedarf und Interesse an Psychotherapie

Sonja Paschen
Abstract
Leben des Marquis de Sade als Beispiel für Untersozialisation und Traumatisierung

Rosmarie Barwinski

Der Körper als Ausdrucksfeld traumatischer Erfahrungen
Rosmarie Barwinski

Zusammenfassung
Ziel einer Traumatherapie ist die psychische Integration traumatischer Erfahrungen. Aus gedächtnispsychologischer Sicht geht es darum, dass Erinnerungen an traumatische Ereignisse aus dem impliziten ins explizite, autobiographische Gedächtnis übergeführt werden. Die Integration traumatischer Erfahrungen kann in diesem Sinne als Symbolisierungsprozess beschrieben werden, in dem Erinnerungen an traumatische Geschehnisse über präsymbolische Ebenen der Repräsentation – in Form von Körpersymptomen und Handlungen – allmählich in Worten beschreibbar werden, ohne dass die in der Situation erlebten heftigen Affekte mit der Erinnerung reaktiviert werden. Stufen, die dieser Symbolisierungsprozess durchlaufen muss, hat Barwinski in ihrem Trauma-Integrationsmodell zusammengefasst. Dieses Modell dient im Artikel als heuristisches Bezugssystem für Modelle des psychosomatischen Übergangs, um unterschiedliche Funktionen von Körpersymptomen bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen erfassen und verstehen zu können.

Schlüsselwörter
Trauma; Trauma-Integration; Psychosomatik; Symbolisierung

The body as the vehicle for expression of traumatic experiences
Summary
The objective of trauma therapy is the mental integration of traumatic experiences. From the aspect of the psychology of memory, it is a matter of transferring memories of traumatic events from the implicit to the explicit, autobiographic memory. The integration of traumatic experiences can in this sense be described as a symbolisation process in which memories of traumatic incidents gradually become describable in words through pre-symbolic levels of representation – in the form of body symptoms and actions, without the violent emotions experienced in the situation being reactivated with the memory. Barwinski has summarised stages which this symbolisation process has to go through in her trauma integration model. This model serves in the article as the heuristic reference system for models of psychosomatic transition, in order to be able to record and understand different functions of body symptoms when processing traumatic experiences.

Keywords
trauma; trauma integration; psychosomatic medicine; symbolisation

Kurt Mosetter und Reiner Mosetter

Der Schlaganfall – Ursachen und Wirkungen
Kurt Mosetter und Reiner Mosetter

Zusammenfassung
Alle Arten von Stress spielen eine tragende Rolle hinsichtlich des Insulinstoffwechsels. Stress und seine chemischen Botenstoffe, die Catecholamine (Adrenalin und vor allem Noradrenalin) zusammen mit Cortisol hemmen typischerweise die Insulinausschüttung. Akut und kurzfristig ist dieser Weg sinnvoll; chronisch kann er zu einem gesundheitlichen Verhängnis werden. Die Aktivierung der Stressachse Hypothalamus – Hypophyse – Nebenniere mit den ausführenden Stoffen CRH, ACTH und Cortisol führt dabei zu einem Übergewicht der Insulin-Gegenspieler. An mehreren wichtigen Schnittstellen dieses Stoffwechselweges können Fehlfunktionen zu den unterschiedlichsten Erkrankungen führen. Verschiedene Nosologien gründen so auf derselben molekularen Ätiologie. Auch die Pathogenese des Schlaganfalls ist eng mit der neurobiochemischen Schieflage des Insulinhaushalts assoziiert. In einem ersten Schritt sollen zunächst grundlegende biochemische Begriffe erläutert und sodann Stress auf dieser Beschreibungsebene dargestellt werden. Zwei Grafiken fassen das Gesagte zusammen. Im zweiten Schritt wird zum einen der Schlaganfall selbst als Trauma im Sinne einer unterbrochenen Handlung bzw. Senso-Motorik angesprochen. Zum anderen werden die Risikofaktoren des Schlaganfalls als Faktoren jener molekularen, biochemischen Stress- und Dauerbelastung aufgezeigt. Dies zeigt Konsequenzen nicht nur für die Prävention, sondern auch für die Therapie auf. Schließlich sollen therapeutische und präventive Möglichkeiten aufgezeigt werden.

Schlüsselwörter
Schlaganfall; Insulinresistenz; oxidativer Stress; Biochemie; Psychotrauma; Aphasie; Myoreflextherapie

Stroke – Causes and Effects
Summary
All kinds of stress play an important role in regard to the insulin metabolism. Stress along with its accompanying transmitter substances, catecholamines like adrenaline and noradrenaline in combination with cortisol, usually inhibit insulin release. In urgent states and in the short term this mechanism presents an adequate response; however if this metabolic state becomes chronic it can lead to serious health problems. Once activated, the stress axis of hypothalamus – hypophysis – adrenal glands with its transmitters CRH, ACTH, and cortisol leads to disproportionate levels of insulin antagonists. Dysfunctions at various key positions in this metabolic system can lead to a number of diseases. Different nosologies thus share a common molecular etiology. The pathogenesis of stroke incidents is also closely associated with dysbalances of the insulin metabolism. This article starts out by portraying essential biochemical concepts before showing how stress relates to this metabolic system. Two illustrations exemplify the key concepts. In a next step we look at the traumatic impact of stroke incidents as interrupted actions and sensory-motor functions. Furthermore known risk factors for stroke are shown as effects related to the described perpetual molecular biochemical stress conditions. From this we can draw consequences not only for preventive measures, but also for effective therapy concepts. Finally, we will present perspectives on the prevention and therapy of stroke.

Keywords
stroke; insulin resistence; oxidative stress; biochemics; psycho trauma; aphasia; Myoreflex Therapy

Helmut Schaaf und Christiane Eichenberg

Kriegsnachbeben im Ohr ... bei zusammenbrechenden Welten. Kasuistik und Katamnese über eine akute psychosomatische Behandlung einer damals 78, jetzt 88 Jährigen Patientin
Helmut Schaaf und Christiane Eichenberg

Zusammenfassung
Berichtet wird von einer – zu Beginn der stationären Akutbehandlung – 78 jährigen Patientin, die mit akut suizidalen Ideen an ihrer Tinnitus-Wahrnehmung zu verzweifeln drohte. In der notwendigerweise über die rein symptomorientierten neurootologischen Maßnahmen hinausgehenden psychotherapeutischen Arbeit zeigten sich kriegstraumatische Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg als entscheidend für die Schwere der Erkrankung und die verständnisvolle Bearbeitung der zugrundeliegenden Lebensthematik als zielführend. Die Patientin konnte über 10 Jahre jährlich mit einem Nachsorgetermin weiterbegleitet werden.

Schlüsselwörter
Akutes Tinnitus Leiden; Kriegstrauma; Retraumisierung; Psychotherapie

Trembling in the ear 60 years after
traumatic experiences during World War II
Case report and 10 years follow up of on
acute psychosomatic treatment of a 78
years old woman

Summary
We report on a 78 year old woman who was on the edge of despair with acute suicidal thoughts at the beginning of inpatient acute treatment due to perception of tinnitus. The psychotherapeutic work necessarily went beyond the purely symptom-oriented neurootological measures. Traumatic experiences during World War II have proved to be a crucial fact for the severity of the disease and for an appreciative handling based target oriented on her life issue. Meanwhile she was able to have been further supported with an annual follow-up for 10 years now.

Keywords
acute suffering from tinnitus; post-war trauma; psychotherapy; psychosomatic aspects

Manfred Sauer und Sabine Emmerich

Ärztlich-psychotherapeutische Praxis – ein Modell interdisziplinärer Triangulation
Manfred Sauer und Sabine Emmerich

Zusammenfassung
Es wird ein ärztlich-psychotherapeutisches Kooperationsmodell vorgestellt, welches an einem dramatischen Einzelfall mit einer schwerwiegenden neurologischen Erkrankung entwickelt und erprobt wurde. Das Modell wurde inzwischen bei zahlreichen chronisch neurologischen und nicht-neurologischen Erkrankungen mit großem Erfolg eingesetzt. Das zentrale Wirkprinzip ist eine „interdisziplinäre Triangulation“ realisiert durch drei Interaktionsmodi, welche den diagnostisch-therapeutischen Prozess begleiten. In den Interaktionsmodi arbeiten Arzt und Psychotherapeutin je eine Stunde gemeinsam mit dem Patienten, mit den Eltern oder Angehörigen und mit dem Behandlungsteam. Der Aufwand lohnt sich. Da das Konzept sowohl Ressourcen als auch Konfliktlösung orientiert ist, ergaben sich ungewohnt positive Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf und ein hohes implizites und explizites Einsparpotenzial.

Schlüsselwörter
ärztlich-psychotherapeutische Kooperation; interdisziplinäre Triangulation; KostendämpfungPractice of medico-psycho-therapeutically cooperation -a model of interdisziplinary triangulation

Summary
We introduce a medico-psycho-therapeutically model of cooperation, which was developed in a dramatic single case with a serious neurological disease. The model was meanwhile successfully introduced in numerous dramatically neurological and non-neurological diseases. The central principle is an „interdisciplinary triangulation“ which is realized by three mode of interaction that accompanies the diagnostic-therapeutically process. In the mode of interaction the physician and the psychotherapist work one hour together with the patient, the parents and the therapeutically team. It turned out, that the activity is worthwhile. As the concept is oriented to resources as well as conflicts, it results in positive effects on the process of disease and high potential of implicit and explicit of savings.

Keywords
medico-psycho-therapeutically cooperation; interdisciplinary triangulation; cost minimization

Gottfried Fischer

Minima Pathologica
Auszug aus Logik der Psychotherapie – philosophische Grundlagen der Psychotherapiewissenschaft

Gottfried Fischer

Zusammenfassung
Es wird die Auffassung vertreten, dass die psychologisch/psychotherapeutische Krankheitslehre erkenntnistheoretisch und inhaltlich neu begründet werden muss. Mit der Sammlung der Symptomkataloge hat der empirische Flügel des Forschungsprozesses ein extremes Übergewicht über den logisch-systematischen gewonnen. Ohne Ausgleich durch logisch-theoretische Systematik ergibt sich die schon von Mephistopheles erwähnte Situation: „Dann habt ihr die Teile in der Hand, fehlt – leider – nur das geistig(e) Band“. In diesem Beitrag wird eine Systematik der Krankheitslehre vorgelegt, die auf dialektischem und zugleich ökologischem Denken beruht. Ökologisches Denken erfordert den umwelttheoretischen Zugang, dialektisches Denken den (lebens)geschichtlichen Zugang und das systematische Verständnis für den Versuch der PatientIn, die problematische Ausgangslage, mit der sie konfrontiert ist, „aufzuheben“, d.h. möglichst zu überwinden. Diese Systematik wird zur Diskussion gestellt in der Annahme, Verengungen und Einseitigkeiten der psychotherapeutischen Nosologie zu vermeiden, die auf die Tradition unterschiedlicher Therapieschulen zurückgehen.

Schlüsselwörter
ICD; DSM; Psychotherapiewissenschaft; Nosologie; dialektisch-ökologisches Denken; schulenübergreifende Störungslehre; psychologische Nosologie

Minima Pathologica
Extract from „Logic of psychotherapy – philosophical foundations of psychotherapy research”


Summary
The author argues that the currently dominant idea of psychological / psychotherapeutic nosology has to be thoroughly rethought both on the basis of epistemological reflections and latest research results. Solely focusing on listing symptoms and syndromes in the international catalogues of ICD and DSM, psychopathology has lost touch with the logic which is inherent in it. A one sided empirical approach, only proceeding inductively and thus lacking in theory building is at the time being given preference to to such an extend that it is not only overemphasized but also hopelessly overchallenged with the task it has to perform. If it’s not balanced, this will put us in a similar situation like the one mentioned by Mephistopheles in Goethe´s Faust: „Then with the pieces in your hand, Ah! You’ve only lost the spiritual bond.” In this article, therefore, a systematization of psychological nosology is being proposed, which is based on dialectical thinking. This, of course, implies taking into account the ecological viewpoint as well. Whereas the ecological perspective needs an environmental approach, dialectic demands to reveal the biography of the patient in a way that will lead to a systematical understanding of his or her individual attempts to deal with the pathogenic situation, the patient is or was being confronted with. Successfully dealing with it means overcoming the „problematic starting position”, i. e., overcoming it in the Hegelian sense of „aufheben”. This new approach is being outlined and discussed in this paper in the hope that psychopathology might one day itself overcome what can be considered its very own pathogenic situation and thereby liberate itself from the iron grip of „Empirismus” as the only approach taken into consideration. This also includes emancipation from all those limitations stemming from the different traditional schools in psychotherapy. In this sense, hopefully, the status quo described above can be considered merely a „problematic starting position” in a dialectical process.

Keywords
ICD; DSM; science of psychotherapy; nosology; dialectical-ecological thinking; school-independent; integrative approach to Psychopathology; Diagnosis and Planning of psychotherapeutic interventions

Yvette Barthel et al.

Psychosoziale Situation von Studierenden – Beratungs- und Behandlungsbedarf und Interesse an Psychotherapie
Yvette Barthel, Jochen Ernst,
Stephanie Rawohl, Annett Körner,
Antje Lehmann und Elmar Brähler

Zusammenfassung
Theoretischer Hintergrund: Seelische Erkrankungen stellen ein zunehmendes Problem dar, fast ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung leidet darunter. Inwiefern sich Studierende von der Gesamtbevölkerung unterscheiden, ist nur zum Teil untersucht. Fragestellung: Mit der vorliegenden Untersuchung wurden seelische Probleme und Belastungen Studierender, der psychologische Behandlungsbedarf sowie das Interesse an psychotherapeutischer Behandlung erfasst. Methode: Befragt wurden 347 Studierenden fünf verschiedener Hauptfächer der Universität Leipzig mittels eines schriftlichen, standardisierten Fragebogens. Ergebnisse: Die Studierenden leiden nicht häufiger unter psychischen Problemen als die Allgemeinbevölkerung. Über ein Drittel berichtet eine Beeinträchtigung des Studiums durch psychosoziale Probleme, die zu 40% studienbedingt sind. Nur 11% aller Befragten geben einen Wunsch nach Beratung an. Eine psychotherapeutische Intervention wird zumeist als hilfreich bewertet. Schlussfolgerung: Es ist notwendig, die Angebote für psychische Beratung im Hochschulbereich auszuweiten, denn diese können auf spezifische, studienassoziierte Beratungsanliegen gezielter eingehen und sind damit eine wichtige Ergänzung zur ambulanten Versorgung außerhalb der Hochschulen.

Schlüsselwörter
Studierende; psychische Belastung; Beratungsbedarf; Interesse an Psychotherapie

Psychosocial situation of students – need for counseling and interest in psychotherapy
Summary
Background: The prevalence of psychological disorders in the general population presents a growing problem; almost one third of the adult population suffers from mental or behavioral disturbances. Only few research is available regarding the prevalence in graduate student populations. Objective: This study examined the psychological problems and psychosocial strain experienced by graduate students. Additionally, the students' need for psychological treatment and their attitude toward psychotherapeutic treatment was investigated. Method: 347 students pursuing a major in one of 5 different fields of study at the University of Leipzig were assessed, in written form, using a standardized questionnaire. Results: The findings suggest that students do not suffer from psychological problems more than the general population. Approximately one third of the students reported being impaired in their studies due to psychosocial problems. The students attributed 40% of these psychosocial problems to their current academic pursuits. Only 11% of all participants indicated a desire for counseling. In general, psychotherapeutic interventions were appraised as helpful. Conclusion: The psychological counseling services within the university setting should be extended since these services are better able to address specific, study-related counseling issues. Evidently, such services are an important complement to community services available.

Keywords
Students; mental health; psychosocial strain; counseling needs; interest in psychotherapy

Sonja Paschen

Leben des Marquis de Sade als Beispiel für Untersozialisation und Traumatisierung
Sonja Paschen

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, das Leben von Donatien Alphonse-François Marquis de Sade (1740-1814) aus einer psychohistorischen Perspektive zu beleuchten, um seinem Wesen und seiner Persönlichkeit gerecht zu werden. Dies geschieht anhand des dialektisch-ökologischen Modells der Pathogenese nach Gottfried Fischer. Dort werden bei der Entstehung psychischer Störungen vier unterschiedliche ätiologische Sphären berücksichtigt: Psychotraumatische Einflüsse, Übersozialisation, Untersozialisation und biologisch-organismische Faktoren. Die Untersuchung zeigt, dass de Sade nach diesem "polyätiologischen Modell" an der Schnittstelle der ätiologischen Einflusssphären von Traumatisierung und Untersozialisation einzuordnen ist. Sein literarisch-philosophisches Werk kann als Versuch verstanden werden, mit dem aristokratischen Privileg der "adeligen Geburt" ("Naturrecht" durch Geburt) die überkommene absolutistische Herrschaft des Adels über Leben und Tod der Untertanen fortzuführen und damit das zeitgenössische bürgerliche Verständnis von "Natur" und "Naturrecht", das ideengeschichtlich auf Rousseau zurückgeht, zu unterlaufen. Ebenso wie die Französische Revolution das bürgerliche Naturrecht verallgemeinerte, so verallgemeinerte de Sade sein auf der privilegierten Geburt beruhendes "Naturrecht". In der Tötungsmaschinerie und den Serienhinrichtungen der Revolution von 1789, deren Zeuge er wurde, erblickte de Sade die Bestätigung seines Naturbegriffs. Dieser propagiert statt Gleichheit die Ungleichheit der Menschen, verbunden mit einer absoluten, "sadistischen" Herrschaftsgewalt der Starken über die Schwachen, als naturgegeben. Untersozialisation, die Erhebung des Besonderen über das Allgemeine, und die (transgenerationale) Weitergabe von psychischer Traumatisierung wirken zusammen in der Genese dieser Persönlichkeit und der Rechtfertigungsideologie, die sein Werk durchzieht.

Schlüsselwörter
Marquis de Sade; dialektisch-ökologisches Denken; Ätiologramm; psychische Traumatisierung; Untersozialisation; Traumadynamik; Französische Revolution; Naturrecht; Herr und Knecht – Dialektik; Rousseau; Sadismus,; Psychohistorie

Marquis de Sade – the combination of
traumatic experience with undersocialisation in his personality and work
Summary
The present article tries to give a comprehensive explanation concerning the personality und work of Donatien de Sade (1740-1814) by making use of a psychohistorical approach. This special perspective is based on the dialectical-ecological approach by Gottfried Fischer that starts from the assumption of 4 different etiological spheres and their possible overlapping: psychotrauma, oversocialisation, undersocialisation and biological-organismic factors. De Sades personality and work stand for the combination of traumatisation and undersocialisation. Central points in his work can be understood, so the author's thesis, as an attempt to reinstall by the concepts of "nature" and "natural rights" the old absolutistic meaning of "nature" that signifies an aristocrat's absolute control and dominance over life and death ("natural right" by birth). Witnessing the serial executions and killing machinery during the 1789 revolution and its aftermath, de Sade substituted his elitarist concept of "nature" for the Rousseaunian idea of human nature and human right as a property of mankind in general. So a concept of human nature results that propagates inequality und absolute predominance of one individual or one social group executed over the other, especially that by the so called "strong ones" over the "weak ones". Undersocialisation, positioning a particular individual or social group beyond the general social rules, combined with transgenerational transmission of trauma, characterize the central ideas in de Sade's life as well as in his writings.

Keywords
Marquis de Sade; dialectical-ecological thinking; etiologramma; trauma; undersocialization; traumadynamics; french revolution; nature; natural rights; master-and-slave-dialectics; Rousseau; sadism; psychohistory

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