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Heft 1-2019

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Themenschwerpunkt
Verleugnete Traumata
(Hrsg. Gaby Breitenbach und Harald Requardt)

Die Leugnung von Traumata hat viele Gesichter
Abstract
Gaby Breitenbach

Die Dissoziationsdebatte: Alles, was Sie darüber wissen, ist falsch
Abstract
Richard J. Loewenstein

Emotionale Vernachlässigung – das unsichtbare Trauma
Abstract
Wilfried Callenius

Sehnsuchtsräume
Abstract
Max Mehrick

„Hör auf, so eine Show abzuziehen“: Jugendliche und junge Erwachsene mit einer strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit
Abstract
Harald Requardt

„Als ob es das nicht gibt“ – Nachdenken über dissoziative Phänomene der therapeutischen Praxis
Abstract
Gaby Breitenbach, Harald Requardt

Gedanken in einer schlaflosen Nacht
Abstract
Daniela Ziegler

Gaby Breitenbach

Die Leugnung von Traumata hat viele Gesichter
Gaby Breitenbach

Zusammenfassung
Dissoziation ist der zentrale Wirkmechanismus jeder Traumatisierung. Dieses Prinzip, überwältigendes Erleben abzuspalten, wirkt weit über die individuelle Erfahrung hinaus. Menschen sind als soziale Wesen auf andere angewiesen. Sind Begegnungen zwischen Menschen selbst traumatisierend, ist unser Konstrukt einer heilen Welt bedroht. Auf vielfältigen Ebenen, individuell wie gesellschaftlich, sind wirksame Verleugnungsstrategien anzutreffen. Diese erschweren die Realisation und Bearbeitung des Traumas als persönliche Realität ebenso wie die Wahrnehmung als gesellschaftliche Wirklichkeit. Helfer geraten so leicht zwischen die Fronten einer gespaltenen und abgewehrten Realität.

Schlüsselwörter
Überwältigungserfahrung, Betroffenheit, Glaubhaftigkeit, Suggestionshypothese, organisierte Gewalt

Denial of Trauma Has Many Faces

Summary
Dissociation is the central mode of action for every traumatization. This principle, splitting off an overwhelming experience, functions far beyond the individual experience. Human beings as social creatures depend on each other. If the encounters among people are themselves traumatic, our social construct of an ideal world is threatened. You find effective denial strategies at many diverse levels, individual as well as societal. They impede realizing and processing the traumas as a personal reality as well as perceiving traumas as a societal reality. Helpers easily get caught between the fronts of a split-off and warded-off reality.

Keywords
experience of being overpowered, consternation, credibility, hypothesis of suggestion, organized violence

Richard J. Loewenstein

Die Dissoziationsdebatte: Alles, was Sie darüber wissen, ist falsch
Richard J. Loewenstein

Zusammenfassung
Verschiedene Beweisketten stützen eine starke Beziehung zwischen Dissoziation/DS und psychisch traumatisierenden Erfahrungen, besonders kumulative und/oder frühe Traumata. Skeptiker entgegnen, dass DS künstlich geschaffene Sachverhalte seien, die durch iatrogene und/oder soziokulturelle Faktoren entstanden seien, obwohl es keine klinischen Belege gibt, die diese Annahme stützen. Es sind große Anstrengungen im öffentlichen Gesundheitswesen erforderlich, um das Bewusstsein für Dissoziation/DS zu schaffen, in allen Bereichen des Trainings und der Ausbildung für Fachkräfte und es braucht deutlich mehr Gelder für Forschung.

Schlüsselwörter
Dissoziative Amnesie, Dissoziationsdebatte, dissozia­tive Identitätsstörung; Dissoziationsmodell, Trauma

Dissociation Debates: Everything you Know is Wrong

Summary
Multiple lines of evidence support a powerful relationship between dissociation/DD and psychological trauma, especially cumulative and/or early life trauma. Skeptics counter that dissociation produces fantasies of trauma, and that DD are artefactual conditions produced by iatrogenesis and/or socio-cultural factors. A major public health effort is needed to raise awareness about dissociation/DD, including educational efforts in all mental health training programs and increased funding for research.

Keywords
dissociative amnesia, controversy about dissociation, dissociative identity disorder; dissociative theoretical model, trauma

Wilfried Callenius

Emotionale Vernachlässigung – das unsichtbare Trauma
Wilfried Callenius

Zusammenfassung
Emotionale Vernachlässigung ist in vielen Lebensgeschichten von psychosomatischen Patienten anzutreffen.Die Folgen anhaltender emotionaler Vernachlässigung sind schwerwiegend. Die Behandlung erfordert ein hohes Maß von Geduld, Empathie und Bereitschaft, sich von abweisendem oder aggressivem Verhalten des Patienten nicht dauerhaft enttäuschen und entmutigen zu lassen. Klassische Abstinenz ist schädlich, ein gewisses Maß von Selbstoffenbarung des Therapeuten unabdingbar. Die Behandlungen sind oft lang und erfordern ein weites Spektrum therapeutischer Strategien, die hier anhand eines Fallbeispiels dargestellt werden.

Schlüsselwörter
Emotionale Vernachlässigung, Objektkonstanz, Containment, die Zerstörung überleben, Selbstoffenbarung

Emotional neclect – the invisible psychological trauma

Summary
Emotional neglect in childhood is to be found in many in- and outpatient biographies. The results of continuous emotional neglect are serious. The therapy of adult patients with such early history needs a high degree of patience, empathy and preparedness, not to withdraw from the relation on being let down or being object of aggressive or dismissing acts on the patient’s side. Classical analytical abstinence as a therapeutic attitude is harmful in these cases, selfdisclosure is important to a certain extent to facilitate the patients emotional development. Therapeutic strategies and steps of development are illustrated in a case history.

Keywords
emotional neglect, object constancy, containment, surviving the destruction, self disclosure

Max Mehrick

Sehnsuchtsräume
Max Mehrick

Zusammenfassung
In diesem Artikel geht es darum, aus Betroffenensicht zu erklären, warum die Aufarbeitung der in der Kindheit erlittenen sexualisierten Gewalt und das Sprechen darüber in eine Krise führen können. Um zu beschreiben, wie diese Krise entstand, muss vieles aus der Vergangenheit berücksichtigt werden, das plötzlich und sehr unerwartet speziell in die Gegenwart wirkt. Um zu erklären, warum ich auf die Frage „Geht es mir gut?“ antworten muss mit „Es geht mir nicht gut!“ muss ich genau das tun, was mich an diesen Punkt gebracht hat. Ich muss darüber reden, warum es mir nicht gut geht oder wenigstens etwas besser, als bevor ich anfing zu reden. Ich muss wieder reden und mir bewusst werden über das, was war, was ist und das, was bleibt.

Schlüsselwörter
Sexualisierte Gewalt, Bewältigungsstrategien, Lebenssehnsucht, empathische Menschlichkeit, Einsamkeit

Longed-For Spaces


Summary
From the viewpoint of those who have been abused, this article explains why coming to terms with sexual violence suffered in childhood and speaking about this abuse can result in a crisis. In order to describe how this crisis developed, we have to take many aspects from the past into consideration which suddenly and unexpectedly have a particular influence on the present. In order to explain why I have to answer the question "How are you?" with "Not good", I have to do precisely that which brought me to this point. I have to talk about why I don't feel good or why I don't feel better than I did before I started to talk. I have to talk again and become aware of that which was, that which is, and that which remains.

Keywords
sexualized violence, coping strategies, longing for life, empathetic humanness, loneliness

Harald Requardt

„Hör auf, so eine Show abzuziehen“:
Jugendliche und junge Erwachsene mit einer strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit

Harald Requardt

Zusammenfassung
Traumatisierte Kinder und Jugendliche mit Bindungstraumata und/oder Gewalterfahrungen durch Fürsorgepersonen werden häufig in ihrem Leid nicht erkannt. Die Nähe-Distanz-Regulation zu Erwachsenen ist für sie hoch ambivalent. Die Unterscheidung zwischen pubertärer oder traumabedingter Beziehungsdynamik benötigt Zeit und eine hinreichende Bindung, häufig auch eine gute Kooperation zwischen Psychotherapeuten, Ärzten, Lehrern und Jugendhilfemitarbeitern, um aus den unterschiedlichen Beobachtungen ein stimmiges Gesamtbild kreieren zu können. Fallbeispiele sollen anregen, einen zweiten Blick auf ein Geschehen zu werfen.

Schlüsselwörter
Dissoziation, Strukturelle Dissoziation der Persönlichkeit, Derealisation, Täterkontakt, Teile-Arbeit

Stop Showing Off: Adolescents and Young Adults with Structural Personality Dissociations

Summary
Traumatized children and adolescents with commitment trauma and/or experiences of violence from their care providers often find their suffering not acknowledged. The closeness-distance-regulation with respect to adults is highly ambivalent for them. Differentiating between relationship dynamics caused by puberty or caused by trauma requires time and a sufficient bond, often also good cooperation among psychotherapists, doctors, teachers, and child welfare social workers, in order to create a coherent, overall picture from the differing observations. Case study examples should stimulate taking a second look at what has happened.

Keywords
dissociation, structural personality dissociation, derealization, contact with the offender, work with parts

Gaby Breitenbach, Harald Requardt

„Als ob es das nicht gibt“ – Nachdenken über dissoziative Phänomene der therapeutischen Praxis
Gaby Breitenbach, Harald Requardt

Zusammenfassung
In vielen Lehrbüchern zu Dissoziation/struktureller Dissoziation der Identität wird der Schwerpunkt auf die aufgespaltene Selbstwahrnehmung gelegt, fokussiert auf die kognitive Vorstellung des Körpers und begleitende Gedanken und damit verbundene Aktionspotentiale. Andere Autoren beschäftigen sich mit anderen Teilaspekten von Dissoziation, die sich mehr auf die somatischen Aspekte (Neurobiologie, Physiologie…) dissoziativen Erlebens beziehen. In der Arbeit mit Patienten, die unter gelenkter Dissoziation leiden, begegnen wir Fragestellungen, die nahelegen, dass es auch „dissoziierte“ Aspekte der strukturellen Dissoziation im Sinne von ausgeblendet oder auch geleugnet gibt.

Schlüsselwörter
Dissoziation, strukturelle Dissoziation, gelenkte Dissoziation, Funktionsräume, Suggestion

“As If There Is No Such Thing” – Pondering the Dissociative Phenomena of the Therapeutic Practice

Summary
In many textbooks about dissociation/structural dissociation of identity the emphasis is placed on split self-perception, focused on the cognitive image of the body and on accompanying thoughts and thereby a connected potential for action. Other authors are concerned with other partial aspects of dissociation, which concentrate more on somatic aspects (neurobiology, psychology …) of dissociative experiences. In work with patients who suffer from directed dissociation we encounter issues which suggest that there are also "dissociative" aspects of structural dissociation in the sense of their being shielded or denied.

Keywords
dissociation, structural dissociation, directed dissocia­tion, functional rooms, suggestion­

Daniela Ziegler

Gedanken in einer schlaflosen Nacht
Daniela Ziegler

Zusammenfassung
In diesem Beitrag geht es darum, einmal nicht die Hoffnungsperspektive zu bemühen, sondern die Unerträglichkeit von Überlebensräumen zu beschreiben, in die die Helfer oft eingebunden werden – anstatt Unterstützung dabei zu erfahren, Betroffenen Schutz und Sicherheit sowie Teilhabe ermöglichen zu dürfen. Keine Frage, es ist ein „schwerer“ Text, und er ist nicht frei von Vorwürfen, schon gar nicht an diejenigen, die die Möglichkeit hätten, etwas zu ändern, und wegsehen oder Türen (ver-)schließen. Der Beitrag beschreibt die Perspektive von Helfern, die auf dem schmalen Grat zwischen Weitermachen und Aufgeben, Handeln und Ohnmacht immer wieder neu ihren Weg suchen.

Schlüsselwörter
Modellprojekt, Ohnmacht, Misstrauen und Behinderungen, (Selbst)Verletzung, unglaubwürdig

Thoughts During a Sleepless Night

Summary
The purpose of this text is not to attempt a perspective of hope but rather to describe how unbearable the survival spaces are in which helpers are often bound – instead of experiencing support for their efforts to be allowed to provide victims with protection and safety as well as participation. No question, this is a "difficult" text and it is not free from accusations. Especially not toward those who had the opportunity to change things but instead looked away or closed their doors. Hope is only a very small and fragile plant. There are good reasons for this. This article describes the perspectives of helpers who walk a fine line between persisting and giving up, between action and powerlessness, always looking for a new path.

Keywords
pilot project, powerlessness, distrust and handicaps, injury and self-inflicted violence, unreliable

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