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Heft 4/2012

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Themenschwerpunkt
Rituelle Gewalt (Hrsg. Claudia Igney und Gaby Breitenbach)

Editorial
Claudia Igney & Gaby Breitenbach

Rituelle Gewalt – im Spannungsfeld von Parallelwelten, gesellschaftlicher (Ab-)Spaltung und psychosozialem Arbeitsalltag
Claudia Igney
Abstract

Wie viel Realisation erträgt der Alltag? Balanceakte zwischen verschiedenen Wahrheiten. Erfahrungen aus dem Beratungsstellen-Alltag
Monika Harsch
Abstract

Rituelle Gewalt in den Niederlanden
Ergebnisse und Schlussfolgerungen einer Untersuchung
Anton Marinkelle
Abstract

Wie lässt sich das Wissen um die systematische Bewusstseins-Spaltung n Ritueller Gewalt und Mind-Control planvoll therapeutisch nutzen?
Gaby Breitenbach
Abstract

Mind-Control und Gehirnwäsche in der DDR
Irina Vogt
Abstract

Ein Fenster zur Hoffnung zu behalten – die größte Herausforderung im therapeutischen Prozess
Andrea Bachmann, Gaby Breitenbach und Harald Requardt
Abstract

Medialität und Methode – Zur Dekonstitution von Wirklichkeitsauffassungen in Psychotherapie und Psychotherapiewissenschaft
Gerhard Burda
Abstract


Claudia Igney

Rituelle Gewalt – im Spannungsfeld von Parallelwelten, gesellschaftlicher (Ab-)Spaltung und psychosozialem Arbeitsalltag
Claudia Igney

Zusammenfassung
Praxiserfahrungen in der Begleitung, Beratung und Therapie von Betroffenen Ritueller Gewalt zeigen ein komplexes Problemfeld auf: ideologische Indoktrinierung, schwere Straftaten (Zwangsprostitution, Menschenhandel etc.), systematische Abrichtung und Zwang zur Geheimhaltung. Betroffene sind Opfer massiver Gewalt, werden aber auch zu eigener (Mit-)Täterschaft gezwungen. Diese Rahmenbedingungen stellen besondere Anforderungen an interdisziplinäre Unterstützungskonzepte und die Strafverfolgung. Bereits 1998 forderte eine Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „die Erforschung der Phänomene des „rituellen Missbrauchs““ – dies blieb weitgehend folgenlos. Der Abschlussbericht der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs konstatiert 2011 erneut dringenden Handlungsbedarf.

Schlüsselwörter
Rituelle Gewalt; Organisierte Kriminalität; Ideologische Indoktrinierung; Strafverfolgung; Dissoziation

Ritual abuse – in the area of conflict between parallel worlds, dissociation in and splitting of society and psychosocial daily work

Summary
Practical experiences in companionship, consulting and therapy of ritual abuse survivors show a complex problem area: ideological indoctrination, severe crimes (enforced prostitution, human trafficking etc.), systematic training and coercion for secrecy. Survivors are victims of extreme violence and are forced to act as perpetrators or to contribute to certain crimes as well. These conditions set high standards for interdisciplinary concepts for support and prosecution. Already in 1998, the commission of inquiry of the German Bundestag claimed „the study of the phenomena of „ritual abuse” – with hardly any consequences. The final report of the independent commissary for the accounting of sexual abuse 2011 again states an urgent call for action.

Keywords
Ritual Abuse; organized crime; ideological Indoctrination; Prosecution; Dissociation

Monika Harsch

Wie viel Realisation erträgt der Alltag? Balanceakte zwischen verschiedenen Wahrheiten Erfahrungen aus dem Beratungsstellen-Alltag
Monika Harsch

Zusammenfassung
Es werden Überlegungen angestellt, wie Klientinnen und Klienten darin unterstützt werden können, sich mit extremsten Gewalterfahrungen auseinander zu setzen. Wie können hierbei die Fähigkeit zur Alltagsbewältigung und ein gewisses Maß an Lebensqualität erhalten bleiben? Gibt es eine Möglichkeit, das Ringen um die eine innere Wahrheit aufzugeben, und stattdessen Raum zu schaffen für verschiedene Sicht-, Erlebnis- und Fühlweisen? Anhand von Praxisbeispielen wird gezeigt, welche Chance darin liegen kann, Beratung als einen „neutralen Ort“ zu nutzen, an dem erst einmal unzensiert und wertneutral Standpunkte dargelegt werden dürfen.

Schlüsselwörter
Realisation; extreme Gewalterfahrunge; Alltagsbewältigung; neutraler Raum, strukturelle Dissoziation



How much realization is tolerable in everyday life? Balancing acts between different truths Experiences from a counseling center

Summary

The article contains considerations about possibilities to help clients to deal with experiences of extreme violence. Is it possible to cope with everyday life and preserve a degree of quality of life in spite of this? Is there a way, to give up the battle for the only truth? Could we create rooms for different views, experiences and feelings? Practical examples will show, what a chance it will be to use counseling and therapy as a kind of „neutral room”, in which different positions can emerge without censors and judgement.

Keywords
Realization; experiences of extreme violence; coping with everyday life; neutral room; structural dissociation

Anton Marinkelle

Rituelle Gewalt in den Niederlanden
Ergebnisse und Schlussfolgerungen einer Untersuchung

Anton Marinkelle

(Übersetzung aus dem Niederländischen: Claudia Fliß)

Zusammenfassung
Der Artikel ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Schlussfolgerungen einer Untersuchung, die in den Niederlanden durchgeführt wurde. Es wurden Interviews mit 28 professionellen UnterstützerInnen durchgeführt, von denen die meisten über lange Zeit mit insgesamt 109 Menschen arbeiteten, die angaben, Opfer von Ritueller Gewalt in einem Gruppenverband (überwiegend in satanistischen Kulten) gewesen zu sein. Es werden Methoden ideologischer Indoktrinierung, Konditionierung und Programmierung beschrieben. Überlegungen zur Struktur und den Glaubensinhalten der Kulte werden vorgestellt.

Schlüsselwörter
Rituelle Gewalt in den Niederlanden; ideologische Indoktrinierung; Satanismus

Ritual abuse in the Netherlands.
Results and conclusions of an exploration

Summary

This article is a summary of the most important results and conclusions of an exploration in the Netherlands. Interviews with 28 professional supporters, who worked for a long time with altogether 109 persons, that stated to be victims of ritual abuse in groups (mainly in satanic cults). Methods of ideological indoctrination, conditioning and programming are described. Suggestions of structure and beliefs in these cults are presented.

Keywords
Ritual abuse; ideological indoctrination; satanic cult

Gaby Breitenbach

Wie lässt sich das Wissen um die systematische Bewusstseins-Spaltung in Ritueller Gewalt und Mind-Control planvoll therapeutisch nutzen?
Gaby Breitenbach

Zusammenfassung
Überwältigende Wirklichkeit, die wir bewusst nicht überleben können – mit der wir aber leben müssen dissoziieren wir. In diesem Beitrag soll aufgezeigt werden, wie im Rahmen von Ritueller Gewalt durch die absichtsvolle, gezielte Brechung von Narrativen eindeutig definierte Endzustände, auf Trigger abrufbare Innenpersonen oder Funktionsmodi, entstehen können und wie wir als Therapeuten dieses Wissen für unsere Behandlungspläne nutzen können. Der Würfel, hier stellvertretend für dreidimensionale geometrische Figuren, ist eine Hilfskonstruktion, mit der man auf unterschiedlichen Ebenen die Brechungen der Wirklichkeitsverrechnungen darstellen kann. Die Intentionen bei der Planung der Spaltung lassen sich auf den dreidimensionalen Raum übertragen. Wie wurde es gemacht? Wie sind Innenpersonen entstanden? Genauso lässt sich die entstandene innere Struktur (Systemarchitektur) in den dreidimensionalen Raum übertragen. Wie gestaltet sich die Innensicht eines „Systems“? Wie sind Funktionen und Innenpersonen aufeinander bezogen? Wie sind die Programme gestaltet und miteinander vernetzt?

Schlüsselwörter
Rituelle Gewalt; Mind-Control; Systemarchitektur; Würfel; Systematik in Programmierung und Therapie

How can the knowledge of the systematic splitting of conciuosness in ritual violence and mind-control be of use for systematic therapeutic plans?

Summary

Overwhelming reality that we cannot survive consciously – but have to survive we dissociate. I try to show in this article how ritual abuse -systematically breaks the narratives to create well-defined inner persons and functional modes, reactive to specific triggers. The cube, as a substitute for different three dimensional forms, is a construction to help to illustrate the breaking of narratives and the dissociation of reality. We can show in the three dimensional forms the intentional plans, which are underlying the breaking: How did they do it? How did they create inner persons? The inner structure, following the traumatization, in the following text called „the systems architecture”, can be made visible in a three dimensional structure. How does a system look at its own structure? In which networks are inner persons and functions connected with each other?

Keywords

Ritual Abuse; Mind-Control; Systems architecture; Cube; Systematic approach in programming and therapy

Irina Vogt

Mind-Control und Gehirnwäsche in der DDR
Irina Vogt

Zusammenfassung
In meiner langjährigen Arbeit als Psychotherapeutin habe ich über die Jahre immer wieder Fälle gehabt, die von Mind-Control-Experimenten in der DDR erzählten. Ich bin, auch aufgrund von eigenen Erfahrungen, überzeugt, dass die Staatssicherheit eine ganze Reihe geheimer Experimente an Kindern und Jugendlichen durchgeführt hat. Schon Kindergartenkinder erlebten extreme Gewalt und wurden mithilfe von Elektroschocks, Medikamenten, Misshandlungen und Suggestionen ideologisch konditioniert.

Schlüsselwörter
Staatssicherheit; Mind-Control; Geheime Experimente mit Kindern

Mind Control and Brainwashing Techniques in the GDR

Summary

During my longstanding work as a psychotherapist, time and again I met clients who spoke about mind control experiments in the GDR. I am convinced, also due to my own experiences, that the Stasi conducted a variety of secret experiments on children and adolescents. Children as small as kindergarten experienced severe violence and were ideologically conditioned by means of electric shocks, drugs, abuse and hypnotic suggestions.

Keywords
Staatssicherheit; Mind Control; Secret Experiments with Children

Andrea Bachmann et al.

Ein Fenster zur Hoffnung zu behalten – die größte Herausforderung im therapeutischen Prozess
Ein Interview mit Einblicken in die Perspektiven von Klientin und Therapeutin

Andrea Bachmann (Name geändert), Gaby Breitenbach und Harald Requardt

Zusammenfassung
Gaby Breitenbach, Psychotherapeutin und Andrea Bachmann, Überlebende von ritueller Gewalt und mind control, beschreiben im Interview mit Harald Requardt, Psychotherapeut, die Klippen und Beschwernisse innerhalb eines noch andauernden therapeutischen Prozesses. Ausgangspunkt der Therapie waren eine hartnäckige Essstörung und nicht erklärbare Selbstverletzungen der Klientin. Im Laufe der Behandlung zeigten sich zunehmend Zeitverluste und es bestätigte sich noch bestehender Täterkontakt. Dieser intensivierte sich und steigerte sich zu einer ernsthaften und bedrohlichen Verfolgung. Die Täterseite ließ nichts unversucht, um die sichtbaren Ausstiegsbemühungen zu unterlaufen und das System zu destabilisieren. Innenpersonen zeigten sich von neuen Bildern überflutet, allergische Reaktionen entarteten lebensbedrohlich, Schmerzen und Körperflashbacks traten in Folge als Reaktion auf. Auf diese Weise war (und ist) die Therapie immer wieder auch geprägt von Wellen tiefer Hoffnungslosigkeit, und Klientin und Therapeutin sind gezwungen, sich mit Themen auseinanderzusetzen, deren Bearbeitung durch Andere erzwungen war. Das „Surfen“ im Behandlungsplan im Bemühen zwischen Stabilität / Planung und Flexibilität / neuen Anforderungen die Balance zu halten, das Ringen um jedes Stückchen Hoffnung, skizziert das Interview.

Schlüsselwörter
Hoffnung; Sinnhaftigkeit; Resilienz; Vertrauen; Teamarbeit

To keep the window of hope open – the biggest challenge in the therapeutic process. A interview with insights in the perspectives of client and therapist.

Summary
Gaby Breitenbach, therapist and Andrea Bachmann, Survivor of ritual abuse and Mind-Control, are describing in the interview with Harald Requardt, psychotherapist the attempt to avoid the pitfalls and to deal with the obstacles in an ongoing therapeutic process.

Starting points of the therapy had been a persisting eating disorder and selfmutilation, which had no explanation for the client. In the following therapy more and more losses of time had been visible and the still existing contact to perpetrators was confirmed. This contact was intensified by the perpetrators and increased into a serious threat. The perpetrators left no remedy untried, to consequently baffle the efforts to withdraw of organized crime. Inner persons, as a result of a program where overwhelmed with new pictures, allergic reactions resulted in near death experiences, pain and flashbacks of the body followed. The consequence for therapy was (and still is) to be characterized by deep waves of hopelessness and client and therapist are forced to look and work at themes that are enforced by others. The „surfing” in the therapeutic plan to keep a balance between steadiness / plans and flexibility/ reacting to new challenges and the constant struggle for every tiny piece of hope outlines the interview.

Keywords
Hope; meaningfulness; resilience; trust; teamwork

Gerhard Burda

Medialität und Methode – Zur Dekonstitution von Wirklichkeitsauffassungen in Psychotherapie und Psychotherapiewissenschaft
Gerhard Burda

Zusammenfassung
Der Text beschäftigt sich mit der Rolle von Medialität in Psychotherapie und Psychotherapiewissenschaft. Medialität ist die Auffassung, dass alles Wissen und Erkennen nicht auf eine unmittelbare Präsenz zurückführbar ist, sondern immer nur vermittelt durch Medien erfolgt. Medien werden in einem ontologischen Sinn als selbst-differente Seiende verstanden, deren „Wesen“ darin besteht, anderes zu vermitteln und dabei selbst vermittelt zu werden. Im Hintergrund dieser Auffassung steht die Ansicht, dass Phantasmen beim Aufbau jeglicher Form von Wirklichkeit eine konstitutive Bedeutung zukommt.

Schlüsselwörter
Medialität; Methode; Psychotherapie(wissenschaft); Phantasma; Wirklichkeit

Mediality and Method – The Deconstitution of Realities in Psychotherapy and Psychotherapy Science

Summary

The essay discusses the role of mediality in psychotherapy and psychotherapy science. Mediality is the idea that all knowledge and cognition is not to be traced back to an actual presence, but is always achieved solely by means of media. Ontologically media are seen as self-different beings, whose „essence” is to mediate something „other” thereby being mediated themselves. Behind this idea is the view that phantasms are of constitutive importance in the construction of any reality.

Keywords
mediality; method; psychotherapy(science); phantasm; reality

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