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Heft 1/2009

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Themenschwerpunkt:
Trauma und Wachstum (Hrsg. Pia Andreatta, Dietmar Kratzer)

Pia Andreatta und Dieter Kratzer
Editorial

Barbara Juen, Ulrike Öhler und Sirry Thormar
Abstract
Posttraumatisches Wachstum bei Einsatzkräften

David Becker
Abstract
Diskontinuitätssprung und Ruptur: der traumatische Bruch und Wachstum

Pumla Gobodo-Madikizela
Abstract
The Unfinished Business of Trauma: Memory, Narrative and the Forgiveness

Pia Andreatta
Abstract
Diskontinuitätssprung und Ruptur: der traumatische Bruch und Wachstum

Hermann Mitterhofer
Abstract
Trauma – Ereignis – Symptom

Hansjörg Znoj und Tobias Krieger
Abstract
Psychische Folgen nach Krankheit oder Unfall: Nicht nur Belastung sondern auch persönliche Entwicklung

Gottfried Fischer
Berichte aus der Praxis
Lösungsvorschläge zum Fallbeispiel eines Patienten mit colon irritabile

Gottfried Fischer
Tagungsbericht: Heilen und Forschen heute – geisteswissenschaftliche Grundlagen der Psychotherapie

Barbara Juen, Ulrike Öhler und Sirry Thormar

Posttraumatisches Wachstum bei Einsatzkräften
Barbara Juen, Ulrike Öhler und Sirry Thormar

Zusammenfassung
Posttraumatisches Wachstum im Sinne einer subjektiv erlebten positiven Veränderung nach der Bewältigung traumatischer Ereignisse kann zum einen als Folge der Auseinandersetzung mit traumatischen Ereignissen, zum anderen als Bewältigungsstrategie betrachtet werden. Im vorliegenden Beitrag wird versucht, am Beispiel von Einsatzkräften zu zeigen, dass die mit der Bewältigung traumatischer Ereignisse verbundenen kognitiven und emotionalen Regulierungsversuche letztlich zu einer Verbesserung der Affekt- und Ambiguitätstoleranz führen können. Bei Einsatzkräften wurden insbesondere eine veränderte subjektive Affekttoleranz sowie erhöhtes Team- und Familienbewusstsein beobachtet.

Schlüsselwörter
Posttraumatisches Wachstum; Bewältigung; Emotionsregulierung; Einsatzkräfte; Sekundäre Traumatisierung

Posttraumatic growth in emergency personnel
Summary
Posttraumatic growth, defined as a subjective positive change in the aftermath of trauma events, may be conceptualized as an outcome of coping with a traumatic event or as a coping strategy in itself. This article tries to show, on the example of emergency personnel, that the cognitive and emotional strategies to regulate the negative emotions and disruption of basic assumptions may finally lead to a better affect and ambiguity tolerance. Emergency personnel has been shown to develop significant subjective changes in affect tolerance as well as increased appreciation of team and family.

Keywords
posttraumatic growth; coping; emotion regulation; emergency personnel; secondary trauma

David Becker

Extremes Leid und die Perspektive posttraumatischen Wachstums: Realitätsverleugnung, naives Wunschdenken oder doch ein Stück wissenschaftliche Erkenntnis?
David Becker

Zusammenfassung
Unter Bezugnahme auf diskursanalytische Ansätze in der Traumatheorie und auf eigenen Erfahrungen in Kriegs- und Krisengebieten wird das Konzept des posttraumatischen Wachstums kritisch diskutiert. Dabei wird argumentiert, dass diese und ähnliche Konstruktionen, tendenziell Bestandteil symbolischer Gewalt im Sinne Bourdieus sind. Die sequentielle Traumatisierung nach Keilson wird demgegenüber als weiterführende Rahmenkonzeption vorgestellt. Zentral geht es bei traumatischen Prozessen um die Anerkennung des Leides, ohne die Handlungsfähigkeit der betroffenen Subjekte in Frage zu stellen.

Schlüsselwörter
Trauma; posttraumatisches Wachstum; sequentielle Traumatisierung; symbolische Gewalt; Diskursanalyse

Extreme suffering and the perspective of post traumatic growth: denial of reality, wishful thinking or – in spite of all doubts – scientific insight?
Summary
Referring to discourse analytical approaches to trauma theory, and on the basis of working experiences in regions of crisis and war, the concept of posttraumatic growth is critically discussed. It is concluded, that this and other similar constructions are potentially part of symbolic violence (Bourdieu). Sequential traumatisation (Keilson) is presented as an alternative. In traumatic processes the suffering must be acknowledged, while at the same time the capacity of people to act must not be questioned.

Keywords
Trauma; posttraumatic growth; sequential traumatisation; symbolic violence; discourse analysis

Pumla Gobodo-Madikizela

The Unfinished Business of Trauma: Memory, Narrative and the Forgiveness
"Unabgeschlossene Aufgaben" von Traumata: Erinnerung, Narration und die Vergebung
Pumla Gobodo-Madikizela

Summary
In this paper I explore the concept of forgiveness as a response to gross human rights violations. I present a conceptual examination of the effects of massive trauma in relation to what I refer to as the ‘unfinished business’ of trauma. Using a psychoanalytic framework, I consider the process of ‘bearing witness’ about trauma and examine how this process opens up the possibility of reciprocal expressions of empathy between victim and perpetrator. I then argue that in this context of trauma testimony and witnessing, empathy is essential for the development of remorse on the part of perpetrators, and of forgiveness on the part of victims. Using a case study from South Africa’s Truth and Reconciliation Commission (TRC) I clarify the relationship between empathy and forgiveness, and show how the restorative model of the TRC can open up an ethical space and create the possibility of transformation for victims, perpetrators and bystanders. In my conclusion I suggest that forgiveness in politics is the only action that holds promise for the repair of brokenness in post-conflict societies, particularly if, as in South Africa, victims have to live together with perpetrators and beneficiaries in the same country.

Keywords
trauma; posttraumatic growth; forgiveness; empathy; Truth and Reconciliation Commission; ubuntu

Zusammenfassung
In diesem Beitrag erkunde ich das Konzept der Vergebung als Erwiderung auf den grausamen Verstoß gegen Menschenrechte. Dabei beleuchte ich den Effekt massiver Traumatisierung bezogen auf ‚unabgeschlossene Aufgaben’ von Traumata. Unter Anwendung eines psychoanalytischen Bezugsrahmens wird der Prozess der Bezeugung der Traumatisierung beleuchtet und untersucht wie dieser die Möglichkeit zum wechselseitigen Ausdruck von Empathie zwischen Opfer und Täter eröffnet. Ich möchte die Rolle von Empathie im Kontext der Bezeugung der Traumatisierung und ihre essentielle Bedeutung für die Entwicklung von Reue auf der Täterseite und Vergebung auf der Opferseite aufzeigen. Anhand einer Fallstudie der Südafrikanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission möchte ich die Beziehung zwischen Empathie und Vergebung klären und zeigen, wie das Modell der Wahrheits- und Versöhnungskommission den ethischen Raum eröffnen und die Möglichkeit zur Veränderung bei Opfern, Tätern und Zeugen schaffen kann. Ich komme zu dem Schluss, dass einzig Vergebung bzw. Versöhnung auf politischer Ebene die Wiederherstellung nach dem Zusammenbruch in Post-Konfliktgebieten bzw. Konflikt-Gesellschaften verspricht, besonders wenn, wie in Südafrika die Opfer mit den Tätern und Nutznießern im gleichen Land zusammenleben.

Schlüsselwörter
Trauma; Posttraumatisches Wachstum; Vergebung; Empathie; Wahrheits- und Versöhnungskommission; Ubuntu

Pia Andreatta

Diskontinuitätssprung und Ruptur: der traumatische Bruch und Wachstum
Pia Andreatta

Zusammenfassung
Grundlegende Veränderungen folgen keiner linearen Entwicklung. Im Gegenteil Wachstum ist geprägt von Diskontinuität und Sprüngen. Es ist die Fähigkeit in Krisen zu geraten, die uns ermöglichen oder sogar zwingen, unser Selbst- und Weltverständnis, seien es wissenschaftliche oder individuelle Grundannahmen, zu verändern. In diesem Sinne erleben wir Zusammen- und Durchbrüche. Am deutlichsten werden Brüche in Traumata, wo Identität und Grundannahmen radikal desillusioniert und gebrochen werden. Von Brüchen und Lücken, von Zwischenräumen und Veränderungen handelt dieser Beitrag. Dabei möchte ich den Diskontinuitätssprung bzw. den traumatischen Riss aus einer phänomenologischen Perspektive betrachten und frage nach dessen Bedeutung für die Psychotherapie, nach einer Theorie des Zwischenraumes, nach Dramen des Verlorengehens in Brüchen und nach der Natur des Neuen in der Ruptur.

Schlüsselwörter
Trauma; Wachstum; Selbst- und Weltverständnis; Phänomenologie

Discontinuity and Rupture: Traumatic Disruption and Growth
Summary
Fundamental change, whether it be within a person or a paradigm, does not follow a linear process. On the contrary, growth is characterized by discontinuity and ruptures. It is our ability to enter into a crisis which allows or even forces us to challenge our assumptions about our self and the world, whether these be based on a scientific paradigm or our individual world models. In this sense we experience breakdowns and breakthroughs. These ruptures become very marked in cases of trauma, where some of our most basic assumptions and our very identity are shattered in a process of radical disillusionment. This article is about these disruptions, ‘gaps’ and the ‘state in between’ that precede fundamental change. In order to do this I will describe discontinuity and traumatic disruption from a phenomenological approach. I will then explore the implications for psychotherapy; for a theory of the ‘gap’ or ‘in between state’; for tragedies where individuals get lost in the disruption, and for our understanding of the nature of the new order.

Keywords
trauma; posttraumatic growth; world assumptions; phenomenology

Hermann Mitterhofer

Trauma – Ereignis – Symptom
Hermann Mitterhofer

Zusammenfassung
Dieser Beitrag versteht sich als Versuch, das an der Semiotik von Peirce orientierte Verständnis des traumatischen Ereignisses von Fischer und Riedesser (1999) zu re-interpretieren. Meine Intention ist keine klinische, sondern eine philosophisch-kritische, dekonstruktive Auseinandersetzung mit dem Ereignisbegriff und dem ‚Ereignishaften’ im traumatischen Ereignis aus der Perspektive einer anderen semiotischen Theorietradition, jener Saussures. Vor diesem Hintergrund möchte ich eine (post-)strukturalistische Position einnehmen und den Traumabegriff Lacans (1996) aufnehmen und mit der Konzeption des ‚Sprechens vom Ereignis’ bei Derrida (2003) verknüpfen. Mittels dieser Konzeptionen ist es möglich, sich mit vielfach nicht weiter hinterfragten Begriffen wie ‚Ereignis’, ‚Erfahrung’ und ‚Erzählung’ kritisch auseinanderzusetzen. Mit den aus der Theorie gewonnenen Erkenntnissen wird ‚das Schreiben’ des französischen Autors Simon (1998, 2003) als exemplarisches, ‚symptomales’ Schreiben vom traumatischen Ereignis interpretiert.

Schlüsselwörter
traumatisches Ereignis; Ordnung des Realen; Ordnung des Symbolischen; Symptom

Trauma – Event – Symptom
Summary
This article is an attempt to re-interpret the understanding of the traumatic event by Fischer and Riedesser (1999) which is based on the semiotics of Peirce. My intention isn’t a clinical one but a critical-philosophical, deconstructive examination of terms like traumatic event and traumatic experience. Therefore I choose a different semiotic tradition than Pierce namely de Saussure. In order to do this I root in a (post-)structural position and will refer to Lacan’s idea of trauma. This approach will be interlinked with the concept of ‘Sprechen vom Ereignis’ of Derrida. From this point of view I will critically discuss unquestioned terms like (traumatic) ‘experience’, ‘event’ and ‘narration’. Based on these approaches my aim is to characterize ‘the writing’ of the French author Simon to be an example of ‘symptomal writing’ about the traumatic event.

Keywords
traumatic event; order of the real; order of symbolic; symptom

Hansjörg Znoj und Tobias Krieger

Psychische Folgen nach Krankheit oder Unfall: Nicht nur Belastung sondern auch persönliche Entwicklung
Hansjörg Znoj und Tobias Krieger

Zusammenfassung
Persönliches Wachstum (PW) nach schweren Lebensereignissen ist ein Phänomen, dass erst in jüngster Zeit wissenschaftlich untersucht wird; typischerweise liegt der Fokus der Aufmerksamkeit auf den symptomatischen Stressfolgen. Unter PW wird verstanden, dass sich in der Folge solcher Ereignisse soziale Beziehungen verbessern, das Leben insgesamt positiver betrachtet wird oder sich neue Interessen bilden. Anhand einer Stichprobe querschnittgelähmter Personen (N = 264) wird untersucht, ob sich PW in dieser Population zeigt und mit welchen Bewältigungsstrategien PW korreliert ist. Es werden sowohl lineare Verfahren wie Gruppenvergleiche gerechnet. Clusteranalytische Analysen ergaben drei Gruppen, eine Gruppe mit viel PW und geringer psychischer Belastung, eine resiliente Gruppe, die weder PW noch psychische Belastung berichtete und eine Gruppe mit hoher Belastung und wenig PW. Gefundene Unterschiede in den Bewältigungsstrategien waren hypothesenkonform. Persönliches Wachstum kann sowohl als Bewältigungsstrategie und als Ergebnis eines adaptiven Umgangs mit belastenden Lebensereignissen betrachtet werden.

Schlüsselwörter
Persönliches Wachstum; Querschnittlähmung; kritische Lebensereignisse; Bewältigungsmechanismen (Coping); Emotionsregulation

Psychological consequences following critical life-events: Not only strain but also personal growth
Summary
Personal Growth (PG) following critical life-events is a phenomenon that only recently has been investigated scientifically. Typically, the focus of attention is on stress related symptoms. PG is conceptualized as an improvement in social relations, new perspectives in life or a more positive outlook after stressful life-events. Participants in this study were spinal cord-injured persons (N = 264); we investigated whether PG is reported in this population and how PG is related to coping.
Analyses included linear models as well as group comparisons. Results of a Cluster-Analysis revealed three groups, one group with high scores on PG and low scores on symptoms, a resilient group with both low symptoms and low PG and a group with high symptoms and low PG. Post-hoc comparisons revealed significant differences in coping and emotion regulation. Personal growth can be understood as a coping strategy as well as an outcome after life-struggling events.

Keywords
personal growth; spinal cord injury; critical life-events; coping; emotion-regulation

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