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Heft 1/2006

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St


Themenschwerpunkt:
Psychotraumatologie in der Medizin

Gerasimos Joannidis
Abstract
PTBS in interkulturellem Kontext: ist das Konzept auf Flüchtlinge und Folteropfer aus nicht-westlichen
Ländern anwendbar?

Robert Bering, Bojana Kuzmanovic, Christine Behmenburg und Gottfried Fischer
Abstract
Doxazosin zur Behandlung von Albträumen bei der Posttraumatischen Belastungsstörung

Robert Bering, Claudia Schedlich, Gisela Zurek und Gottfried Fischer
Abstract
Zielgruppenorientierte Intervention zur Prävention von psychischen Langzeitfolgen für Opfer von Terroranschlägen (PLOT)

Martin Kleinschmidt, Dieter Wagner, Alexandra Gründel und Robert Bering
Abstract
Die Krefelder Krisenhilfe – ein Bericht aus der Praxis. Institutionelle Ko-Existenz von Beratung und psycho­therapeutischer Fokaltherapie

Gottfried Fischer u. Christiane Eichenberg
Abstract
Zukunftschancen der psychodynamischen Therapie an der Universität

Gerasimos Joannidis

PTBS in interkulturellem Kontext:
Ist das Konzept auf Flüchtlinge und Folteropfer aus nicht-westlichen Ländern anwendbar?
Gerasimos Joannidis
Zusammenfassung
Psychische Folgen von Folterungen und politischer Gewalt in nicht-westlichen Ländern werden in der Literatur vorwiegend in termini der PTBS konzeptualisiert. Es wird somit eine hohe interkulturell-ökologische Validität des PTBS-Konzepts unterstellt, deren Überprüfung jedoch noch aussteht. Im vorliegenden Artikel werden zunächst die Grenzen des PTBS-Konzepts im Umgang mit Flüchtlingen und Folteropfern aus nicht-westlichen Ländern aufgezeigt. Kulturspezifische Folgeerscheinungen werden erörtert. Zur Überprüfung der Anwendbarkeit des PTBS-Konzepts auf nicht-westliche Populationen wird der sogenannte „emisch/etische“ Forschungsansatz der Interkulturellen Psychologie dargestellt. Am Beispiel einer Flüchtlingsgruppe aus verschiedenen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens wird gezeigt, dass die Symptomgruppen „Intrusion“ und „erhöhtes Arousal“ eine hohe Konstruktvalidität in dieser Population aufweisen, was auf die Symptomgruppe „Vermeidung/emotionelle Betäubung“ weniger zutrifft. Die Bedeutung dieser Ergebnisse für die Opfer wird diskutiert.

Schlüsselwörter:
Psychisches Trauma; Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS); Flüchtlinge, Interkulturelle Psychologie; Interkulturelle Validierung



PTSD in cross-cultural context: is the concept applicable on refugees and torture victims from non-western societies?
Summary
The psychological consequences of torture and political violence in non-western societies are being conceptualized predominantly in terms of PTSD. However the presumed high cross-cultural and ecological validity of the PTSD concept has not been yet approved. The subject of the present article is to point out the limitations of the PTSD concept in dealing with refugees and torture victims in non-western societies. Culture specific manifestations of traumatic stress are being discussed. The “emic/etic” research approach appears as the appropriate method for testing the applicability of the PTSD concept in non-western populations. The findings of a study conducted in a sample of refugees and torture victims from Middle East supply evidence that the components “intrusion” and “arousal” have a high construct validity in this population, whereas this seems not to be the case for the diagnostic criterion “numbing”. The implications for the cross-cultural research on PTSD are being discussed.

Keywords:
Psychological Trauma; Posttraumatic Stress Disorder (PTSD); Refugees; Crosscultural Psychology; Crosscultural validation

R. Bering, B. Kuzmanovic, C. Behmen und G. Fischer

Schlaf- und Traumastörungen – Psychotherapeutische und somatologische BehandlungsstrategienRobert Bering, Bojana Kuzmanovic, Christine Behmenburg und Gottfried Fischer

Zusammenfassung
Basissymptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und Schlafstörungen entfalten eine dynamische Wechselwirkung. Dieser Teufelskreis kann zu einer vermehrten motorischen Aktivität im Schlaf, Schlaffragmentierung und verlängerten Wachperioden zwischen den Schlafzyklen führen. Wir stellen uns die Fragen: Welche Beziehung zwischen der Psychotraumatologie, der Neurobiologie von Schlafstörungen und der psychodynamischen Verlaufsgestalt von Schlaflosigkeit besteht? Wie kann die Therapieresistenz auf bestem Wege überwunden werden? Um Antworten auf die Spur zu kommen, rekapitulieren wir neurobiologische Grundlagen der Somnologie und Psychotraumatologie und betten die Erkenntnisse in die psychodynamischen Behandlungsstrategien der Mehrdimensionalen Psychodynamischen Traumatherapie (MPTT) nach Fischer ein.

Somatologische und psychodynamische Behandlungsstrategien gehen Hand in Hand. So gehört bei schweren Verläufen einer PTBS die Einstellung auf ein Antidepressivum zur psychopharmakologischen Basisintervention. Parallel zur Stabilisierungsphase der MPTT kommt es zum Wirkungseintritt. Ist dieser Punkt erreicht, sind die Voraussetzungen geschaffen, mit der Gestaltbildung zu beginnen und die situationstyplogischen Inhalte der nächtlichen Albträume in den Psychotherapiestunden durchzuarbeiten. Zur Feinabstimmung gehören Interventionen, die auf den Verlaufstyp der PTBS und den Kontrollstil des Patienten abgestimmt sind. Analog zur psychodynamischen Interventionslinie richtet sich die Ko-Medikation ebenfalls nach dem Verlaufstyp; stehen Schlafstörungen im Vordergrund, werden überwiegend niederpotente Neuroleptika, Non-Benzodiazepin-Hypnotika oder Alpha-1 Antagonisten zum Schlafanstoß angewendet. Ist die Gestaltbildung gefestigt, so kann die traumatische Erfahrung in den Lebenszyklus integriert werden.

Wir schlussfolgern, dass punktdiagnostische Klassifikationsmodelle die Wechselwirkung zwischen Schlafstörungen und der PTBS unzureichend abbilden. Um diese Lücke zu schließen, ergänzen wir unsere Diagnostik durch eine prozessorientierte Verlaufsbetrachtung. Mit diesem Schritt stehen Somatologie und Psychotherapie nicht additiv nebeneinander sondern fusionieren zu einem dynamischen Gesamtkonzept.

Schlüsselwörter:
Posttraumatische Belastungsstörung; Schlafstörungen; Mehrdimensionale Psychodynamische Traumatherapie; Psychopharmakotherapie; psychodynamische Verlaufsbetrachtung.



Sleep- and post-traumatic stress disorder:
psychotherapeutic and somatological treatment methods

Summary
Core symptoms of post-traumatic stress disorder (PTSD) and sleep disorders develop a dynamic interaction. This vicious circle can lead to increased motor activity during sleep, fragmented sleep and extended wake periods between sleep cycles. We pose the following question: what relationship exists between psychotraumatology, the neurobiology of sleep disorders and the psychodynamic course of development of insomnia? What is the best way to overcome therapy resistance? To find answers to these questions, we recapture the neurobiological basics of somnology and psychotraumatology and incorporate our conclusions into the psychodynamic treatment methods of the Multidimensional Psychodynamic Trauma Therapy (MPTT) according to Fischer.

Somatological and psychodynamic treatment methods go hand in hand. In this context the use of anti-depressants is part of the basic psychopharmacological intervention in severe cases of PTSD. The therapeutic effect occurs parallel to the stabilizing phase of MPTT. Once this level has been reached, the conditions to begin with gestalt formation (‚Gestaltbildung‘) and work through the typical situational contents of nightmares in therapy sessions are given. Interventions adapted to the type of development of the PTSD and the patient‘s action control style are part of the fine-tuning. Analogous to the psychodynamic intervention, the comedication conforms to the type of development. Low-potency neuroleptics, non-benzodiazepine-hypnotics or alpha-1-antagonists are predominantly used to aid falling asleep if sleep disorders are in the foreground. Once gestalt formation is stabile, the traumatic experience can be integrated into the lifecycle.

We conclude that diagnostic classification models fail to show the reciprocal action between sleep disorders and PTSD in its entirety. To mend this gap, we complete our diagnostics with a process-oriented time course model. With this effort, somatologisch and psychotherapy do not stand additively next to each other but fuse to one dynamic general concept.

Keywords:
posttraumatic stress disorder; sleep-disorder; multi-dimensional psychodynamic trauma therapy; psychopharmacotherapy; dynamic of time course.

B.Kuschel, J.de Broux, C.Bredenbeck und R.Bering

Doxazosin zur Behandlung von Albträumen bei der Posttraumatischen Belastungsstörung

Britta Kuschel, Johanna de Broux, Claudia Bredenbeck und Robert Bering

Zusammenfassung
Zum derzeitigen Forschungsstand zeigen mehrere Einzelfallstudien und eine plazebo-kontrollierte Studie die Wirksamkeit von dem a1-Rezeptor-Antagonisten Prazosin bei Albträumen, die mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) assoziiert sind. In einer vergleichenden Einzelfallstudie untersuchen wir an sechs Fallbeispielen mit positivem Therapieergebnis das Wirksamkeitsprofil des a1-Rezeptor-Antagonisten Doxazosin im „off-label-use“. Die cross-case Analyse zeigt folgendes Bild: Alle Patienten sind dem Verlaufstyp „Angst und Erregung“ zuzuordnen und zeichnen sich durch eine besondere Akzentuierung einer therapieresistenten Schlafproblematik aus. Die Verabreichung von 2mg Doxazosin führte zu einer schlagartigen Besserung des Schlafes. Dieser schnelle Wirkungseintritt war selbst dann zu beobachten, wenn die Einstellung auf ein Antidepressivum abgeschlossen war und eine Ko-Medikation mit unterschiedlichen Substanzen zu keinem durchgreifenden Erfolg geführt hatten. Überwiegend war dieser Effekt anhaltend und unabhängig von der Art und dem Zeitpunkt der Traumatisierung.

Wir schlussfolgern, dass die Befundlage zur Wirksamkeit von Prazosin bei PTBS assoziierten Albträumen ermutigend ist, da zwei unterschiedliche Studientypen in diesem Ergebnis konvergieren. Unsere Untersuchung zum Doxazosin lässt auf ein ähnliches Wirksamkeitsprofil schließen und rechtfertigt den „off-label-use“. Einschränkungen müssen geltend gemacht werden, da unsere Untersuchung auf einer selektierten Stichprobe beruht und vor einer Reihe von Störvariablen ungeschützt ist. Darüber hinaus halten wir fest, dass vergleichende Fallanalysen und die Anwendung des Konvergenzprinzips die Verfahrensweise der evidenz-basierten Medizin sinnvoll ergänzen.

Schlüsselwörter:
Posttraumatische Belastungsstörung; Doxazosin; Albträume; off-label-use, Konvergenzprinzip; cross-case Analyse



Doxazosin in treatment of nightmares associated with post-traumatic stress disorder
Summary
Currently several case reports and placebo-controlled studies demonstrate the effectiveness of the a1-receptor antagonist Prazosin in the treatment of nightmares associated with post-traumatic stress disorder (PTSD). We investigate the effectiveness of the a1-receptor antagonist Doxazosin in 6 case studies with positive results. Cross case analysis presents the following scenario: all patients suffered fear and anxiety with emphasis on therapy-resistant sleep disorders. The administration of 2 mg of Doxazosin led to a prompt improvement of the quality of their sleep. This rapid effect was seen even in cases where the therapeutic level of an anti-depressant had been reached and co-medication with various substances proved ineffective. This effect was predominantly long-term and independent upon time and type of traumatization.

We conclude that the current findings regarding the effectiveness of Prazosin in treatment of PTSD-related nightmares are encouraging, since two different types of study converge to this result. Our Doxazosin research indicates similar effectiveness and justifies off-label use of this substance. However, our conclusions are somewhat limited, since our research is based on a selected sample and does not exclude interfering variables. In addition we suggest that comparative case studies and the implementation of the convergence principle complement the method of evidence-based medicine.

Keywords:
post-traumatic stress disorder; doxazosin; nightmares; off-label use; convergence principle; cross case analysis

R.Bering, C.Schedlich, G.Zurek und G. Fischer

Zielgruppenorientierte Intervention zur Prävention von psychischen Langzeitfolgen für Opfer von Terroranschlägen (PLOT)

Robert Bering, Claudia Schedlich, Gisela Zurek und Gottfried Fischer
Zusammenfassung
Unser Sicherheitsempfinden ist durch die jüngste Entwicklung von Terror und Gewalt stark und nachhaltig beeinträchtigt. Im Ernstfall eines Terroranschlages ist damit zu rechnen, dass sich bei den Betroffenen, bei deren Angehörigen und auch bei den Einsatzkräften psychische Folgestörungen entwickeln, die zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung chronifizieren (PTBS) können. Aus diesem Grunde werden von der Europäischen Gemeinschaft Forschungsprojekte gefördert, die sich mit der Prävention von psychischen Langzeitfolgen für Opfer von Terroranschlägen (PLOT) beschäftigen. Im vorgelegten Beitrag wird eine Initiative des Instituts für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität zu Köln, des Zentrums für Psychotraumatologie in Krefeld und des Büros für internationale Angelegenheiten der Stadt Köln vorgestellt. Das Kriseninterventionsprogramm der Zielgruppenorientierten Intervention soll an die Situationstypologie und Prozessdynamik für Opfer von Terroranschlägen adaptiert werden. Die Kooperative verfolgt das Ziel, Erkenntnisse aus der Psychotraumatologie in die Ablaufpläne zur medizinischen und logistischen Bewältigung von Großschadenslagen zu integrieren. Hierfür sind vier Schritte erforderlich: Zunächst wird ein historischer Überblick über die Entwicklung von Kriseninterventionskonzepten gegeben. In einem zweiten Schritt wird der aktuelle Forschungsstand zur Identifikation von Risikofaktoren für Belastungsstörungen zusammengetragen. Hieraus leiten sich Implikationen für die risikogruppenspezifischen Module der Zielgruppenorientierten Intervention ab. Abschließend adaptieren wir die gewonnenen Erkenntnisse auf die psychologische Situations- und Prozessdynamik der Terrorismusbekämpfung.

Wir schlussfolgern, dass die Identifikation von Risikofaktoren zur Entwicklung von Belastungsstörungen notwendig ist, um die Diskussion über die Effektivität von Kriseninterventionsprogrammen in der Debriefingkontroverse aus der Sackgasse zu führen. Ist dieser Schritt getan, so lässt sich aus der Standardversion der Zielgruppenorientierten Intervention für jede Zielgruppe ein Kriseninterventionsprogramm ableiten. Im Unterschied zur somatischen Notfallmedizin ist für die Notfallpsychologie die prozessgebundene Nachsorge von psychischen Langzeitfolgen – auch bei Terroranschlägen – maßgeblich.

Schlüsselwörter:
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS); Terroranschläge; Risikofaktoren; Krisenintervention; Debriefingkontroverse; Zielgruppenorientierte Intervention (ZGI)



Target Group Intervention Program (TGIP): prevention of chronic psychological after-effects following terrorist attacks.

Summary
Recent development of terror and violence has impaired our feeling of personal security strongly and persistently. Following a terrorist attack psychological after-effects such as Post Traumatic Stress Disorders (PTSD) are to be expected among the victims and their relatives as well as among actively involved military and humanitarian personnel. For this reason, research projects are being promoted by the European Union, which are concerned with the prevention of lasting psychological disorders resulting from terrorist attacks. In the submitted article, the initiative of a Cooperative formed by the Institute for Clinical Psychology and Psychotherapy of the University of Cologne, the Center of Psychotraumatology in Krefeld, and the Cologne Office of International Affairs is described. The Target Group Intervention Program will adapt its crisis intervention strategy to the particular situational dynamics affecting victims of terrorist attacks. The Cooperative aims at integrating crisis intervention programs into the restabilization efforts of medical and logistical personnel in major loss situations. Minimum standards must be defined to overcome the so-called „debriefing controversy“. In order to accomplish this, four necessary steps are discussed. To begin with, a historical overview of the development of crisis intervention concepts is given. Second, the latest research into the identification of risk factors for PTSD is compiled. Out of this, implications for the specific risk group module of the Target Group Intervention Program can be derived which are described in the third step. Finally, we adapt what we have learned to the situational dynamics involved in the war against terror.

We conclude that the identification of risk factors for the development of PTSD is necessary in order to overcome the polarization of the debriefing controversy. Once this is done, a meaningful crisis intervention program for each and any target group can be derived from the standard version of the Target Group Intervention Program. As opposed to somatic emergency medical treatment, the follow-up of psychological crisis intervention programs is decisive in successful treatment of lasting psychological damage resulting from terror attacks.

Keywords:
Post Traumatic Stress Disorders (PTSD); terrorist attack; risk factors; debriefing controversy; Target Group Intervention Program (TGIP)


M. Kleinschmidt, D.Wagner, A.Gründel und R. Bering

Die Krefelder Krisenhilfe – ein Bericht aus der Praxis

Institutionelle Ko-Existenz von Beratung und psychotherapeutischer Fokaltherapie

Martin Kleinschmidt, Dieter Wagner, Alexandra Gründel und Robert Bering

Zusammenfassung
Stigmata lassen sich schwer aus dem Weg räumen und Psychiater und Psychotherapeuten haben seit Jahren damit zu kämpfen. Obwohl die Anzahl der psychischen Erkrankungen in unserem Gesundheitswesen ständig wächst, sind die Vorstellungen über Ursachen, Prävention und Behandlung kaum auf einen Nenner zu bringen. Im Folgenden möchten wir am Beispiel eines Krisenzentrums im großstädtischen Raum (www.krefelder-krisenhilfe.de) deutlich machen, wie Beratung in Krisensituationen und psychotherapeutische Fokaltherapie institutionell koexistieren können und welche Vorteile sich für die Bürger der Stadt Krefeld daraus ergeben.
Mit diesem Schritt machen wir die Schnittstelle zwischen Beratung und Behandlung deutlich und rekapitulieren schulenübergreifend Ansätze zur Kurz- und Ultrakurz-Psychotherapie und deren Weiterentwicklung. Wir streben an, Prinzipien des „need adapted treatment (NAT)“ auf die psychosoziale Netzwerkstruktur der Region auszurichten. Um unser Konzept zu untermauern, schildern wir exemplarisch zwei Fallvignetten, stellen den historischen Entwicklungsprozess der Krefelder Krisenhilfe dar, rekapitulieren Evaluationsdaten und skizzieren das NAT-Profil der Klienten. Das Modell wird im Kontext sozialpsychiatrischer Strukturen in Skandinavien und gegenwärtiger Varianten des Soteria-Ansatzes diskutiert.
Mit der Krefelder Krisenhilfe sind wir auf dem Weg, folgende Probleme zu lösen: Die Verknüpfung von Beratung und Behandlung ermöglicht Synergieeffekte und Bedürfnisorientierung, die sich optimal in die bestehende Netzwerkstruktur Krefelder Beratungsstellen einfügt. Mit diesem Konzept sehen wir gute Voraussetzungen, die Hemmschwellen auf Seiten der Bürger zu senken, psychosoziale Hilfe anzunehmen; gleichzeitig können wir bei passender medizinischer Indikation auf das Kompetenzniveau der Institutsambulanz einer psychiatrischen Klinik der Regionalversorgung zurückgreifen.

Schlüsselwörter:
Krisenintervention; Beratung; psychotherapeutische Fokaltherapie; need adapted treatment; Stigmatisierung



Metropolitan center for crisis intervention in Krefeld: Co-existence of counselling and focal psychotherapy
Summary
Stigmas are hard to remove and psychiatrists as well as psychotherapists have been struggling with this task for years. Although the prevalence of mental disorders in our society is constantly increasing, the beliefs about the aetiology, prevention, and treatment are widely diverged. In the following we will describe a metropolitan center for crisis intervention in Krefeld (www.krefelder-krisenhilfe.de), Germany. Furthermore, we will point out how counselling and focal psychotherapy during crisis intervention can coexist within one institution and what benefits for the citizens can be drawn.
We are going to focus on the interface between counselling and treatment and discuss comprehensive approaches and developments for brief and ultra-brief treatments. The principles of the „need adapted treatment (NAT)“ are to be aligned to the existing psychosocial network of the region. To underline our concept, we will describe two cases, the development process of the Krefelder Krisenhilfe report about evaluation efforts, and the NAT-profile of the clients. This model will be discussed in the context of the social-psychiatric structures in Scandinavia and present versions of the Soteria Approach.
The Krefelder Krisenhilfe is well on its way to solving the following problems: the combination of counselling and treatment increases synergistic efforts and facilitates need orientation, integrating well into the existing network of Krefeld counselling institutions. These are good pre-conditions for reducing the inhibitions of citizens to seek and accept psychosocial support. Simultaneously, in case of severe psychiatric indication, we have an excellent cooperation with a walk-in clinic of a regional psychiatric hospital.

Keywords:
crisis Intervention; counselling; focal psychotherapy; need adapted treatment; stigmatisation

Gottfried Fischer und Christiane Eichenberg

Zukunftschancen der psychodynamischen Therapie an der Universität

Gottfried Fischer und Christiane Eichenberg

Zusammenfassung
Die psychodynamische und psychoanalytische Psychologie in der universitären Psychologie ist in Deutschland zum gegebenen Zeitpunkt gegenüber anderen psychotherapeutischen Paradigmen stark unterrepräsentiert. Daher hat sich die „Arbeitsgemeinschaft Psychodynamische Psychologie an der Universität“ (AGPPU) konstituiert, die zum Ziel hat, die psychodynamische Lehre und Forschung an Universitäten wieder stärker zu verankern. Im Beitrag werden die Ziele und Aktivitäten der Arbeitsgruppe beschrieben und begründet. Diese betreffen u.a. strukturbezogene Interventionen bezüglich der Besetzungspraktiken klinisch-psychologischer Lehrstühle an Psychologischen Instituten. Die AGPPU setzt sich für die Gewährleistung der Chancengleichheit zwischen den unterschiedlichen psychotherapeutischen Verfahren in Berufungsverfahren ein. Darüber hinaus hat die AGPPU Qualifikationskriterien für Dozierende, die im Studiengang Psychologie in psychodynamischer Psychologie, Psychotherapie und Psychoanalyse unterrichten, festgelegt. Entsprechend qualifizierte Personen werden von der AGPPUin Zusammenarbeit mit den Universitäten und Fachgesellschaften mit dem Titel „wissenschaftliche/r Dozent/in für Klinische Psychologie und psychodynamische Psychotherapie“ zertifiziert.
Als Modellprojekt, wissenschaftliche Forschung und therapeutische Ausbildung zu verbinden, wird ein tiefenpsychologisches Ausbildungsinstitut an der Universität, das Institut für psychotherapeutische Forschung, Methodenentwicklung und Weiterbildung (IPFMW) an der Universität zu Köln vorgestellt.

Schlüsselwörter:
Psychodynamische Psychologie an der Universität; Unterrepräsentation psychodynamischer Psychologie und Psychotherapie im Studiengang Psychologie; Besetzungsverfahren klinisch-psychologischer Lehrstühle; Qualifikationskriterien für Dozent/in für Psychodynamische Psychologie und Psychotherapie; Arbeitsgemeinschaft Psychodynamische Psychologie an der Universität (AGPPU)



Chances of psychodynamic therapy at the university in the future

Summary
Compared to other psychotherapeutic paradigms, psychodynamic and psychoanalytical psychology is currently strongly underrepresented in university psychology in Germany. For this reason, the “Work Group Psychodynamic Psychology at the University” (AGPPU) has joined together with the goal of anchoring psychodynamic studies and research at universities more strongly. In the following contribution, the goals and activities of this work group will be described and substantiated. These goals concern, among other things, structural interventions regarding practices of appointing chairs at psychological institutes. The AGPPU lobbies for the guarantee of equal opportunities between the various psychotherapeutic procedures in university appointments. Beyond that, the AGPPU has determined qualification criteria for instructors teaching psychodynamic psychology, psychotherapy and psychoanalysis courses. In cooperation with universities and psychological organizations, appropriately qualified persons will receive the certification “scientific instructor of clinical psychology and psychodynamic psychotherapy.”
An analytic training institute, the Institute for Psychotherapeutic Research, Method-Development and Advancement (IPFMW) at the University of Cologne, is introduced as a model project to connect scientific research and therapeutic training.

Keywords:
Psychodynamic psychology at the university; underrepresentation of psychodynamic psychology and psychotherapy in the psychology course of studies; appointment procedure of clinical-psychological chairs; qualification criteria for instructor for psychodynamic psychology and psychotherapy; work group psychodynamic psychology at the university (AGPPU)

"Entsprechend einem mehrdimensionalen Verständnis bemüht sich dieser Band mit hoher Plausibilität in den einzelnen Beiträgen um die Überwindung einer rein symptomorientierten zugunsten einer ätiologisch-prozessorientierten Betrachtung in der Psychotraumatologie. Diese Sichtweise ist vor allem in differenzialdiagnostischer Hinsicht hilfreich, um dem inflationären Gebrauch traumabezogener Diagnosen entgegenzuwirken."
(
Michael Naumann-Lenzen in Deutsches Ärzteblatt 1-2007)

"Entsprechend einem mehrdimensionalen Verständnis bemüht sich dieser Band mit hoher Plausibilität in den einzelnen Beiträgen um die Überwindung einer rein symptomorientierten zugunsten einer ätiologisch-prozessorientierten Betrachtung in der Psychotraumatologie."
(
Michael Naumann-Lenzen, Deutsches Ärzteblatt 1-2007)

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