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Heft 4/2003

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Themenschwerpunkt:
Psychotraumatologische Begutachtung

Sabine v. Hinckeldey, Robert Bering und Gottfried Fischer
Abstract
Verfahrensregeln zur psychologischen Begutachtung mutmaßlich traumatisierter Personen

Ferdinand Haenel
AbstractZur Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren

Helga Spranger
Abstract
Kriegstraumatisierte Menschen im Konfliktfeld zwischen Behörden, Gutachtern und Therapeuten

Robert Bering, Andreas Horn, Ralf Spieß und Gottfried Fischer
Abstract
Forschungsergebnisse zur Mehrdimensionalen Psychodynamischen Traumatherapie (MPTT) im multiprofessionellen Setting

Monika Dreiner und Gottfried Fischer
Abstract
Mehrdimensionale Psychodynamische Trauma Therapie bei Kindern und Jugendlichen (MPTT-KJ)

Stellungnahme der wissenschaftlichen Fachgesellschaften zur Untersuchung von Flüchtlingen vor Abschiebungen

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Hinckeldey, Bering und Fischer

Zusammenfassung
Die psychotraumatologische Begutachtung erfordert eine detaillierte Einschätzung der Gedächtnisleistungen des Probanden und seiner Fähigkeit, traumatische Erlebnisse sprachlich darzustellen. Gutachterliche Verfahrensregeln der Psychodiagnostik sollten somit auf der Grundlage neurobiologischer Erkenntnisse der Gedächtnisforschung, die für psychotraumatische Belastungsreaktionen typisch sind, basieren. Hierbei handelt es sich primär um Phänomene des dissoziativen Formenkreises, die neuropsychologisch an eine Desynchronisation von explizitem und implizitem Gedächtnis gebunden sein soll. Hieraus lassen sich Verfahrensregeln zur psychotraumatologischen Begutachtung von Probanden ableiten, die sich von der etablierten Lehrmeinung der psychologischen Begutachtung von Zeugenaussagen abheben. Anhand eines Fallbeispiels im Kontext eines asylrechtlichen Verfahrens werden wir die gutachterliche Fragestellung spezifizieren und die einzelnen Abschnitte der Untersuchung darstellen.

How to examine traumatized persons in the course of legal proceedings
Summary
The psychological examination of persons with questionable Posttraumatic Stress Disorder (PTSD) must contain a detailed assessment of memory and of the ability to incorporate traumatic experiences into a personal narrative. The diagnosis of trauma-related disorders must take into account recent findings concerning the neurobiology of traumatic stress symptoms such as memory impairment. Disturbances of memory are cardinal features of a pathological dissociation inhibiting the synchronization of implicit and explicit memory. These trauma-related alterations of information processing must also be taken into consideration when assessing the credibility of a person.
After delineating general rules for a psychological assessment, the procedure for diagnosing memory impairments and PTSD is described in detail in the following case report of an expert judgement concerning a refugee who had asked for asylum.

Ferdinand Haenel

Zusammenfassung
Der folgende Beitrag soll deutlich machen, wie umfangreich das Aufgabengebiet der Begutachtung psychischer Traumafolgen bei Asylbewerbern und Kriegsflüchtlingen ist und welche zusätzlichen Bereiche es einschließt. Nicht nur medizinische oder psychologische Fachkompetenz mit Kenntnissen und Erfahrung zu psychisch reaktiven Trauma- und Folterfolgen sowie zur Anamnese- und Befunderhebung mithilfe von Dolmetschern, sondern auch Informationen über politische und kulturelle Hintergründe des Herkunftslandes sowie Kenntnisse im Asyl- und Ausländerrecht der Bundesrepublik Deutschland sind hierfür notwendige Voraussetzungen. Auch können Symptome psychisch reaktiver Folterfolgen und eine mit dem Foltertrauma assoziierte spezifische Beziehungsdynamik nicht selten einen für die Exploration wesentlich begrenzenden Faktor darstellen, was nach der Erfahrung des Autors Ursache dafür ist, dass viele traumatisierte Asylbewerber zu einem, wie es das Bundesamt für Aufnahme ausländischer Flüchtlinge fordert, „erlebnisnahen und detaillierten“ Vortrag ihrer Asylgründe psychisch oft nicht in der Lage sind. Begutachtungen in Kurz- und Eilverfahren sind daher unprofessionell und unseriös. Fortbildungsseminare für Fachkollegen zu diesem Thema werden seit Herbst 2002 in Würzburg von der Bundesärztekammer sowie in Berlin seit Beginn 2003 von der Berliner Ärztekammer gemeinsam mit der Psychotherapeutenkammer und dem Behandlungszentrum für Folteropfer mit bislang sehr guter Resonanz angeboten.

Assessment of psychic reactive trauma sequelae during the asylum process
Summary
The following article wants to present the extensive scope regarding expert opinions of psychic reactive trauma sequelae with asylum seekers and war refugees, comprising additional factors that have to be taken into consideration. Besides medical or psychological professional knowledge with experience in psychic reactive trauma sequelae and working with interpreters when taking the anamnesis, the knowledge of the political and cultural background of the home country of the patient as well as knowledge of the asylum laws and other laws regulation the stay of foreigners in the Federal Republic of Germany are necessary preconditions. It happens frequently that the symptoms of psychic reactive trauma sequelae together with the specific dynamics of a relationship associated with a torture trauma present a decisive limiting factor for the exploration. In the experience of the author these factors are the reason why many traumatized asylum seekers are psychologically not able to present in a fashion which is “detailed and true to their experiences” their reasons for asylum in compliance with the demands of the Office for the Recognition of Foreign Refugees. Expert opinions given under time constraints therefore show lack of professionalism and seriousness. Since autumn 2002 training in this topic is offered for professionals in Würzburg by the German Medical Association (Bundesärztekammer) and since spring 2003 in Berlin by the Berlin Medical Association (Berliner Ärztekammer), the Association of Psychotherapists (Berliner Psychotherapeutenkammer) and the Berlin Treatment Center for Torture Victims (BZFO) offer training. So far, all offers are met with great interest.

Helga Spranger

Zusammenfassung
Wie vor 60 Jahren, geraten auch heute traumatisierte Flüchtlinge und professionelle Helfer im Aufnahmeland in die unterschiedlichsten Übertragungs- und Gegenübertragungs- Verstrickungen. Grundlage dafür ist die staatliche Absicht, zunächst den Asylanspruch abzulehnen, anstatt das Hilfegesuch positiv zu konotieren.
Behördenvertreter und Therapeuten sind unweigerlich in den unbewussten Prozess mit einbezogen. Schließlich, im Zusammenhang mit der Abschiebung, bewirken Polizisten und Ärzte durch angeordnete Maßnahmen der Exekutive erneute Traumatisierungen der Asylbewerber und erleben sich plötzlich als Täter.
War traumatised persons in conflict
between government authority, medical supervisors and therapists

Summary
As 60 years ago, also today traumatized refugees and professional assistants in the absorbing country get in the most different transmission and contra-transmission difficulties. This is caused by the state’s intention to refuse the claim to asylum first, instead of positively connoting the petitioning.
Official assistants and therapists are finally unavoidably dragged into in the unconscious process. Finally, in correlation with the deportation, policemen and doctors cause retraumatizations in refugees by measures of the executive and suddenly experience themselves as perpetrators.

Bering, Horn, Spieß und Fischer

Zusammenfassung
Das Alexianer-Krankenhaus Krefeld hat im Auftrag der Landesverbände der Krankenkassen ein Zentrum zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) eröffnet. Dies geschieht unter besonderen Vorzeichen: Das Therapieverfahren der Mehrdimensionalen Psychodynamischen Traumatherapie (MPTT) wird mit der Leitidee der gesetzlich verankerten integrierten Versorgung verknüpft. Bei der MPTT handelt es sich um ein manualisiertes tiefenpsychologisch fundiertes Verfahren, das schulenübergreifend komplementäre Therapieformen integriert. Das Organisationskonzept des Zentrums für Psychotraumatologie ist vierschichtig. Es besteht aus einer stationären Behandlungseinheit, einer Komplex-Liaison, einer Ambulanz für Gewalt- und Unfallopfer sowie der traumatologischen Integrativen Psychiatrischen Behandlung (IPB-Traumatologie). Die IPB-Traumatologie ist eine Krankenhausbehandlung ohne Krankenhausbett. Ein mobiles multiprofessionelles Team führt eine spezifische psychotraumatologische Behandlung zum Teil im häuslichen Umfeld des Patienten durch. Analog hierzu kann in der Komplex-Liaison eine psychotraumatologische Behandlung zeitnah nach dem Ereignis am somatischen Krankenbett erfolgen. Die IPB-Traumatologie und Komplex-Liaison Behandlung lösen sich vom klassischen Setting der stationären Psychotherapie.
Im folgenden Beitrag stellen wir erste Ergebnisse zur Evaluation der MPTT im Rahmen dieses Modellprojekts vor. 61 Patienten wurden im multiprofessionellen Setting behandelt. Hierbei konnte an den Symptomskalen PTSS-10, IES-R, BDI und SCL-90-R (GSI) signifikante Therapieeffekte gezeigt werden (t-Test für gepaarte Stichproben; p< 0,001). Die Prä-Post-Effektstärken liegen nach einer ca. 6 wöchigen Krankenhausbehandlung zwischen d=0,50 (GSI des SCL-90-R), d=0,63 (PTSS-10), d=0,79 (BDI) und d=0,85 (IES). Somit ergibt sich nicht nur eine Verbesserung der spezifischen Symptomatik einer PTBS auf Grundlage der MPTT sondern auch eine Verbesserung des Allgemeinbefindens der Patienten. Im folgenden Beitrag wird deutlich, dass es für eine ätiologiespezifische Behandlung der PTBS erforderlich ist, etablierte Strukturen im Gesundheitssystem zu modifizieren. Dies bezieht sich sowohl auf die Polarisierung von Therapieverfahren unterschiedlicher Schulen als auch auf die klassische Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung. Somit hat das Zentrum für Psychotraumatologie am Alexianer-Krankenhaus Krefeld Modellcharakter für bereits eingeleitete und noch anstehende Reformen des Gesundheitssystems.

First results of the evaluation of the Multidimensional Psychodynamic Trauma Therapy in a multiprofessional setting

Summary
The Alexianer-Hospital in Krefeld has established a centre for the treatment of the post-traumatic stress disorder (PTSD). Our work combines Fischer’s Multidimensional Psychodynamic Trauma Therapy (MPTT) with principles of integrated health care, such as home treatment. MPTT, a manualised, psychodynamically oriented treatment, integrates elements from various other psychotherapeutic schools and is supported by an intervention schedule designed to prevent PTSD through early identification of risk factors. The department is organised into 4 components: a conventional ward for inpatients, a conventional outpatient ward for PTSD victims, complex-liaison treatment and the so called integrative psychiatric treatment (IPB-traumatology). The complex-liaison treatment represents psychotraumatological bedside care within a somatic hospitalisation context soon after the traumatising event. The IPB element can be conceived as inpatient treatment without a hospital bed and is carried out by a mobile, multiprofessional team that to a large degree treats the patients in their own homes. 61 patients were treated by means of MPTT in a multiprofessional setting. To control therapeutic effects we used the symptom scales PTSS-10, IES-R, BDI and SCL-90-R (GSI) with significant results (t-Test for matched samples; p< 0,001). The statistical power of approximate 6 weeks treatment is between d=0,50 (GSI of SCL-90-R), d=0,63 (PTSS-10), d=0,79 (BDI), and d=0,85 (IES). We conclude that MPTT is efficient in treatment of PTSD related specific and unspecific symptoms. Further, treatment of PTSD is best carried out by avoiding the traditional division of inpatient/outpatient status. The psychotraumatology unit of the Alexianer-Hospital thus offers a salient model for reformation of the health care system.

Dreiner und Fischer

Zusammenfassung
Es wird die Standardversion der MPTT (Trauma-Akuttherapie) für die Behandlung traumatisierter Kinder und Jugendlicher vorgestellt (MPTT-KJ). Das Verfahren umfasst vier Dimensionen der Therapieführung, die in einer psychotraumatologisch fundierten Psychotherapie (PfP) differenziell zu berücksichtigen sind. Die Darstellung folgt dem MPTT-Manual für die Traumatherapie bei Erwachsenen und adaptiert die therapeutischen Prinzipien für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Bei der MPTT handelt es sich um eine auf die traumatische Erfahrung zentrierte Fokaltherapie mit übenden (behavioralen) Elementen bei psychodynamischer Therapieplanung und Beziehungsgestaltung. Der therapeutische Prozess gliedert sich in die Phasen Stabilisierung, Gestaltbildung, Durcharbeiten und „Rekonstruktion“ qua Integration der traumatischen Erfahrung in Entwicklung und Lebensentwurf der Kinder/Jugendlichen sowie (Re-)Integration der Patienten/Klienten in ein hilfreiches soziales Umfeld. Die Regeln der MPTT, ihre Prinzipien der Therapieführung und Interventionslinien, fördern den therapeutischen Prozess und orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Kinder und Jugendlichen sowie ggf. ihrer Bezugspersonen. Insofern die MPTT in diesem dialektischen Entwicklungsprozess ausgerichtet ist, werden die negativen Konnotationen von „Manualisierung“ im Sinne einer „Entpersönlichung“ vermieden. Eine individualisierte Therapieführung wird vielmehr ausdrücklich ermutigt und gefördert. Dies ermöglicht eine sowohl effiziente als auch intersubjektiv überprüfbare Behandlungsführung im Rahmen des tiefenpsychologisch/analytischen Paradigmas. Die Regeln der Standardversion (Trauma-Akuttherapie KJ) gelten grundsätzlich auch für die Behandlung chronifizierter und komplexer Traumatisierung. Die in diesen Fällen zusätzlich zu beachtenden Behandlungsregeln für Kinder und Jugendliche sind einer weiteren Publikation vorbehalten.

Multidimensional Psychodynamic Trauma Therapy of Children and Teenagers
(MPTT-KJ)

Summary
The standard version of the MPTT (trauma acute therapy) for the treatment of traumatized children and teenagers is introduced (MPTT-KJ). The proceedings contain four dimensions of conducting therapy, these are to be taken into account in an psychotraumatically focused psychotherapy. The representation follows the MPTT manual for the trauma therapy with adults and adapts the therapeutical principles to the treatment of children and youths. The MPTT is a focal therapy centered on the traumatic experience with elements of rehearsal (behavioural aspects) whilst maintaining psychodynamic therapy planning and relationship. The therapeutical process consists of the phases stabilization, Gestalt formation and “reconstruction” work qua integration of the traumatic experience into the development and plan of life of the children/youth as well as (re-)integration for the patient/clients into a helpful social environment. The rules of the MPTT, their principles of conducting therapy and interventions promote the therapeutical process and orientate themselves at the individual needs and necessities of the children and youths and if necessary their reference persons. Insofar as the MPTT supports this dialectical development, the negative connotations of “manualisation” as an “depersonalisation” are avoided, conducting an individualized therapy is particularly encouraged and promoted. This provides for both an efficient and intersubjectively verifiable conduct of treatment in the context of the depth psychological/analytical paradigm. In principle, the rules of the standard version (trauma acute therapy KJ) also apply to the treatment of chronified and complex traumatisation. Additional treatment rules in these cases being necessary for children and teenagers are left up to another publication.

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