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HEFT 2/2007
 
 

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Themenschwerpunkt:
Unterwegs zur Psychotherapiewissenschaft als eigenständige Disziplin
1: Beiträge zur Psychodynamik
Herausgegeben von Gottfried Fischer


Harald Walach
Abstract
Generalisierte Verschränkung - Ein theoretisches Modell zum Verständnis von Übertragungsphänomenen

Falk Leichsenring
Abstract
Zur Frage empirisch bewährter Therapie: Befunde zur psychodynamischen Therapie

Martin Daigger
Abstract
Imaginative Techniken in der Psychotraumatherapie unter besonderer Berücksichtigung des Motivs "Die Inneren Helfer"

Anke Kirsch und Günter H. Seidler
Abstract
Affekt und Trauma: Mimisch affektive Beziehungsregulation bei Gewaltopfern in der EMDR Therapie

Dirk Weller
Abstract
Skizze für eine integrale Psychotraumatologie der Arbeitslosigkeit

Christiane Eichenberg, Kristin Müller und Gottfried Fischer
Abstract
Die Motivation zur Berufswahl Psychotherapeut/in: Ein Vergleich zwischen Schülern, Studierenden und (angehenden) Psychotherapeuten




 

Harald Walach

Generalisierte Verschränkung – Ein theoretisches Modell zum Verständnis von Übertragungsphänomenen

Harald Walach

Zusammenfassung
Übertragungsphänomene sind jedem therapeutisch Tätigen bekannt. In der psychoanalytischen Tradition werden sie besonders beachtet und sind zentral für die Gestaltung des therapeutischen Prozesses. Ein wissenschaftliches Verständnis, welches das Auftreten dieser Phänomene plausibel machen könnte, ist auf Basis der bekannten klassischen psychologischen Theorien schwierig. Ein theoretisches Modell, dass sich aus der verallgemeinerten Quantentheorie herleitet und das generalisierte Verschränkungsphänomene vorhersagt, würde ein wissenschaftliches Verständnis möglich machen. Die verallgemeinerte Quantentheorie (VQ) ist dabei als eine abgeschwächte Form der eigentlichen Quantenmechanik (QM) zu sehen. Bestimmte Definitionen, die für die QM nötig und bestimmend sind, etwa die Quantifizierung der Unbestimmtheitsrelation mit der Planckschen Konstante, oder der Hilbert-Raum-Formalismus, der Wahrscheinlichkeitsberechnungen möglich macht, sind bei der VQ weggelassen. Die zentralen Definitionselemente der QM bleiben aber bestehen, nämlich der Umgang mit komplementären oder inkompatiblen Variablen, die sich in einer Algebra nicht-kommutierender Operatoren ausdrückt. Diese erlaubt es nun, ein Zentralphänomen der Quantenmechanik zu verallgemeinern: die Verschränkung. Darunter ist die nicht-lokale Korreliertheit von Teilsystemen eines Quantensystems zu verstehen. Solche verschränkten Elemente verhalten sich korreliert, ohne dass Signale oder Energie zwischen ihnen ausgetauscht werden. Verschränktheit in einem solchen verallgemeinerten Sinn ist dann zu erwarten, wenn in einem System Komplementarität zwischen lokalen und globalen Observablen oder Beschreibungen herrscht. In diesem Aufsatz wird diese neue Betrachtungsweise dazu benutzt therapeutische Übertragungsphänomene und damit verwandte Prozesse neu zu rekonstruieren und damit theoretisch plausibel zu machen.

Schlüsselwörter:
Verschränkung; Übertragung; Gegenübertragung; Quantentheorie; Verallgemeinerte Quantentheorie

Generalised Entanglement – a model to understand transference phenomena
Summary
Transference phenomena are well known to every therapy. The psychoanalytic tradition places special emphasis on them and makes use of them in the process of therapy. It is difficult to scientifically understand these phenomena using classical psychological theories. A theoretical model using Generalised or Weak Quantum Theory (WQT) predicting generalised entanglement (GET) would make a scientific understanding possible. WQT is a generalised version of quantum theory (QT) proper. In WQT some restrictions typical for QT are dropped, such as Planck’s constant quantifying the uncertainty relation, or Hilbert space formalism that allows for calculation of probabilities. Central elements of QT, however, are kept, such as the treatment of complementary or incompatible variables, which is expressed in an algebra of non-commuting operators. This feature allows describing a central phenomenon of QT also in a generalised context: namely entanglement. This term means that elements of a quantum system are non-locally correlated, without exchange of energy or signals. Entanglement in a generalised sense can be expected, whenever local descriptions of elements of a system are complementary to global descriptions of a system. In this paper, I use this novel approach to reconstruct and describe therapeutic transference phenomena and similar processes. This can make them more accessible and scientifically viable.

Keywords:
Transference; counter transference; quantum mechanics; weak quantum theory; entanglement




Falk Leichsenring

Zur Frage empirisch bewährter Therapie:
Befunde zur psychodynamischen Therapie


Falk Leichsenring

Zusammenfassung
Es besteht ein Bedarf an Wirkungsbelegen für psychodynamische und psychoanalytische Therapie, wenn diese klinisch bewährten Behandlungsformen auf dem heutigen Therapie-Markt überleben sollen. Allerdings sind die Ansätze der empirisch gestützten Therapien und der evidence-based medicine mit deutlichen Einschränkungen verbunden, da sie randomisierte kontrollierte Studien zum alleinigen Maßstab erheben. Nach einer kritischen Diskussion dieser Ansätze wird eine Übersicht über die empirische Evidenz zur Wirksamkeit psychodynamischer (in Deutschland: tiefenpsychologisch fundierter) Therapie gegeben. Ziel ist es zu identifizieren, für welche psychischen Störungen empirische Evidenz für psychodynamische Therapie vorliegt und für welche diese noch aussteht. Da die Methodologie randomisierter kontrollierter Studien nicht angemessen zu Untersuchung von Langzeittherapie ist, werden zusätzlich naturalistische Studien gesichtet. Studien psychodynamischer und psychoanalytischer Therapie, die zwischen 1960 und Januar 2007 veröffentlicht worden sind, wurden mittels einer computer-gestützten Suche via MEDLINE, PsycINFO und Current Contents gesichtet. Nach den Ergebnissen liegen Wirkungsbelege aus randomisierten kontrollierten Studien für psychodynamische Therapie für folgende psychische Störungen vor: Depressive Störungen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung, somatoforme Störungen, Essstörungen, Borderline-Persönlichkeitsstörung., Cluster C Persönlichkeitsstörungen und Substanz-Abhängigkeit. Im Hinblick auf psychoanalytische Langzeittherapie zeigen kontrollierte quasi-experimentelle Studien, dass diese Form der Therapie (a) wirksamer ist als Wartegruppen und treatment-as –usual and (2) in bestimmten Ergebnismassen wirksamer ist als kürzere Formen psychodynamischer Therapie. Schlussfolgerungen für die weitere Forschung werden gezogen.

Schlüsselwörter:
Psychodynamische Psychotherapie; psychoynalytische Therapie; empirisch gestützte Behandlungen, Ergebnisforschung Psychotherapie, evidenzbasierte Medizin

Empirically supported therapies: the empirical evidence for psychodynamic psychotherapy

Summary
There is a need for empirical outcome research in psychodynamic and psychoanalytic therapy. However, both the approach of empirically supported therapies (EST) and the procedures of evidence-based medicine (EBM) bear severe limitations making randomized controlled trials (RCTs) an absolute. After a critical discussion of this approach, this article reviews the empirical evidence for the efficacy of psychodynamic psychotherapy in specific psychiatric disorders. The review aims to identify for which psychiatric disorders RCTs of specific models of psychodynamic psychotherapy are available and for which they are lacking, thus, providing a basis for planning further research. As the methodology of RCTs is not appropriate for psychoanalytic therapy, effectiveness studies of psychoanalytic therapy were reviewed in addition. Studies of psychodynamic psychotherapy published between 1960 and 2007 were identified by a computerized search using MEDLINE, PsycINFO and Current Contents. In addition, textbooks and journal articles were used. According to the results, for the following psychiatric disorders at least one RCT providing evidence for the efficacy of psychodynamic psychotherapy was identified: depressive disorders, anxiety disorders, post traumatic stress disorder, somatoform disorders, bulimia nervosa, anorexia nervosa, borderline personality disorder, Cluster C personality disorder, and substance related disorders. With regard to long-term psychodynamic, controlled quasi-experimental effectiveness studies provide evidence that psychoanalytic therapy is (1) more effective than no treatment or treatment as usual, and (2) more effective than shorter forms of psychodynamic therapy. Conclusions are drawn for future research.

Keywords:
psychodynamic psychotherapy; psychoynalytic therapapy; mpirically supported treatments; psychotherapy outcome research; evidence-based medicine




Martin Daigger

Imaginative Techniken in der Psychotraumatherapie unterbesonderer Berücksichtigung des Motivs "Die Inneren Helfer"

Martin Daigger

Zusammenfassung
Im therapeutischen Prozess der Psychotraumatherapie (Stabilisierung, Innere-Kind-Arbeit, Traumaexposition) können vielfältige Schwierigkeiten auftreten. Dann kann das Motiv der Inneren Helfer als imaginative Ressource in Verbindung mit einer suggestiven Einflussnahme des Therapeuten gute Dienste leisten. Die Inneren Helfer symbolisieren mit Hilfe der Projektion abgespaltene und verdrängte unbewusste Selbstanteile im Sinne von Fähigkeiten, zu denen der Patient (noch) keinen Zugang hat. Die Inneren Helfer nehmen für den Patienten solange eine stellvertretende Funktion ein, bis er in der Lage ist, diese Selbstanteile nach ihrer Integration zu nutzen. Die Aktivierung dieser imaginativen Ressource ermöglicht nicht nur eine erfolgversprechende Stabilisierung sowie Innere-Kind-Arbeit, sondern auch eine für den Patienten und den Therapeuten schonende und wenig belastende Traumaexposition.
In diesem Artikel wird zunächst das Motiv „Die Inneren Helfer“ vorgestellt. Dann werden wichtige Techniken der Psychotraumatherapie und die Einsatzmöglichkeiten des Motivs „Die Inneren Helfer“ bei auftretenden Schwierigkeiten im therapeutischen Prozess anhand von Beispielen beschrieben. Alle Techniken ergänzen sich und können miteinander kombiniert werden.

Schlüsselwörter:
Psychotraumatherapie; Posttraumatische Belastungsstörung; Imaginative Techniken; Imaginative Ressourcen; Das Motiv „Die Inneren Helfer“

Imaginative Techniques in the Psychotraumatherapy in Spezial View of the Motive „The Inner Helpers”
Summary
In psychotraumatherapy the therapeutical process (stabilization, therapy with the Inner Child, trauma exposure) is often hindered by multiple difficulties. Then the motive „The Inner Helpers“ as an imaginative resource in connection with suggestive influencing by the therapeut can serve well. The Inner Helpers symbolize unconscious parts of the self that have been dissociated and repressed by the means of projection in the sense of abilities to which the patient has (yet) no access. The Inner Helpers take a representative function for the patient until he is able to use these parts of the self after having integrated them. The activation of these imaginative resources not only makes possible a success promising stabilization and therapy with the Inner Child, but also a gentle and little straining trauma exposure for patient and therapeut.

In this article I first want to introduce the motive “The Inner Helpers”. I continue by demostrating important techniques of psychotraumatology by giving examples of possible applications of the motive of the Inner Helpers in difficult situations of the therapeutical process. All techniques complete each other and can be combined.

Keywords:
Psychotraumatherapy; posttraumatic stress disorder; imaginative techniques; imaginative resources; the motive „The Inner Helpers”




Anke Kirsch und Günter H. Seidler

Affekt und Trauma: Mimisch affektive Beziehungsregulation bei Gewaltopfern in der EMDR Therapie

Anke Kirsch und Günter H. Seidler

Zusammenfassung
Es wird davon ausgegangen, dass Patienten mit PTBS ein spezifisches Interaktionsverhalten in die Beziehung implementieren, das sich im mimisch affektiven Ausdruck und insbesondere im affektiven Mikroverhalten ausdrückt. Das mimisch-affektive Verhalten wurde mit dem Emotional Facial Action Coding System (EMFACS) analysiert. EMFACS ist ein Kodiersystem zur Erfassung von mimischen Expressionen, die den Primäremotionen zugeordnet werden. Zusätzlich wurde das Blickverhalten der Interaktanden kodiert und mit den Emotionen in Beziehung gesetzt. Patienten mit einer akuten Traumatisierung zeigen eine Reduktion der gesamten mimischen Aktivität sowie der Primäremotionen. Bezogen auf das Blickverhalten findet sich bei den PTSD-Patienten ein reduziertes beidseitiges Anblicken. Das mimisch affektive Verhalten der Patienten wurde in der ersten und der letzten EMDR-Sitzung verglichen. Es zeigte sich eine leichte Erhöhung.

Schlüsselwörter:
PTSD; Emotional numbing; mimisch affektives Verhalten; affektive Reduktion; Interaktionsmuster; Affektivität und PTSD; Erleben von Emotionen; EMDRAffect and Trauma: Facial affective behavior and relationship regulation in violence victims during EMDR therapy
Summary
It is assumed that patients with mental diseases implement a specific interaction pattern, that is expressed in the facial affective expression and particularly in facial-affective micro-behaviours. The facial affective behaviour was coded with the Emotional Facial Acting Coding System, an instrument for the registration of facial movements with emotional relevance. Afterwards these analysis were connected with gazing behaviour. Patients with an acute trauma showed a reduction of overall facial expressions and a reduced frequency of facial affects. Taking the gazing behaviour into consideration it became obvious, that PTSD patients showed decreased portion of mutual gaze. Furthermore the facial affective expression of the patients first and last EMDR session was compared. A slight increasing of facial affective expression and also an increase of the psychic complains was found.

Keywords:
Emotional Numbing; PTSD; facial-affective behaviour; reduction of facial expression; interaction pattern; affectivity and PTSD; experience of emotions; EMDR




Dirk Weller

Skizze für eine integrale Psychotraumatologie der Arbeitslosigkeit

Dirk Weller

Zusammenfassung
Der Artikel beschreibt einen anhand von 16 zweistündigen Tiefeninterviews gewonnenen Einblick in die psychologischen und psychotraumatologischen Prozesse der Arbeitslosigkeit. Die Betroffenen geratenen in aufgespaltene Polaritäten, sie rotieren und sind zugleich gelähmt. Besonders differenziert betrachtet werden in der Studie die Erfahrungen mit der Arbeitsverwaltung. Diese erweisen sich als zentrale ‚Vermittlungsstelle’ für das traumatogene Geschehen. Auch hier ist das Ergebnis meist angestrengte Blockade: Weder Einlassen noch Abgrenzen bieten tragfähige Lösungen.
Ein ganzheitlicher, multiperspektivischer Forschungsansatz wird diskutiert, der methodisch nicht nur die individuell subjektive Sphäre direkt anspricht, sondern an einem umfassenden, multiperspektivischen Wirklichkeitsverständnis orientiert ist. Das bedeutet, innen und außen, individuell und interindividuell, Entwicklungs- und Systemebenen, Typen, Zustände und Entwicklungslinien zu berücksichtigen.
In einer ersten Hypothesenbildung werden exemplarisch einige forschungsrelevante Neuerungen der Agentur für Arbeit als mögliche erste Suchrichtungen eines integralen Forschungs- und Evaluationsprogramms aufgezeigt.

Schlüsselwörter:
Arbeitslosigkeit; gesellschaftliche Trauma-Vermittlung; Trauma-Bewältigung; multiperspektivische Forschungskonzept; Institutionsentwicklung

Concept for an integral psychotraumatologic research on unemployment
Summary
This article draws on 16 two-hour depth interviews to provide an insight into psychological and psychotraumatical processes within unemployment. Those affected by it alternate between extremes, going around in circles on the one hand while remaining paralysed on the other. The study also puts a differentiated focus on their experience of state-run employment agencies, which prove to be central ‘relay stations’ for the traumatogenic event. But here too the result is often intensive impediment for which neither involvement nor detachment provides viable solutions.
An integral, multi-perspective research concept is discussed which, in methodological terms, not only directly addresses the subjective, individual sphere but is also orientated towards a comprehensive, multi-perspective understanding of reality. And this means taking into consideration, internally as well as externally, individually and inter-individually, development and system levels, types, states and lines of development.
In a first hypothesis research relevant innovations within state-run employment agencies are highlighted as potential paths of exploration towards integrated research and evaluation programs.

Keywords:
Unemployment; trauma in societal context; trauma-coping; multi perspective research concepts; institution development




Eichenberg, Müller , Fischer

Die Motivation zur Berufswahl Psychotherapeut/in:
Ein Vergleich zwischen Schülern, Studierenden und (angehenden) Psychotherapeuten


Christiane Eichenberg, Kristin Müller und Gottfried Fischer

Zusammenfassung
In diesem Beitrag werden Ergebnisse einer empirischen Studie zur Berufswahl Psychotherapeut/in vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die Motive, die zur Wahl einer bestimmten therapeutischen Hauptrichtung führen. Theoretischer Hintergrund: In der bisherigen Diskussion werden zwei Motivkomplexe unterschieden, die sich entweder auf die Persönlichkeit des Psychotherapeuten oder auf die situativen Einflussfaktoren (berufsbildende Einflüsse der Universitäten und Weiterbildungsinstitute) beziehen. Methode: Um die Motivation zur Berufswahl Psychotherapeut/in zu erfassen, wurde eine Online-Befragung (Kölner Inventar zur Berufsmotivation zur Psychotherapie) mit Schülern, Studierenden der Psychologie und Medizin sowie (angehenden) Psychotherapeuten durchgeführt (N = 525). Ergebnisse: Die Befunde weisen auf eine im Laufe der Ausbildung eintretende Veränderung in der Präferenz für eine psychotherapeutische Hauptrichtung hin. Die Prävalenz situativer Einflussgrößen auf die Richtungswahl wird im wesentlichen bestätigt. Das Studienumfeld scheint der wichtigste Einflussfaktor zu sein. Im Laufe des Psychologiestudiums verwandelt sich das anfängliche Interesse an psychodynamischen Therapieverfahren (52 % der Schüler) in eine Bevorzugung der Verhaltenstherapie (54 % der Psychologiestudenten). Dies entspricht dem Umstand, dass heute etwa 80 % der klinisch-psychologischen Lehrstühle mit Verhaltenstherapeuten besetzt sind. Schlussfolgerung: Situative Einflussfaktoren (z.B. die Lehrmeinung der Dozenten) scheinen in höherem Maße die Richtungswahl in der Psychotherapie zu bestimmen als Persönlichkeitsfaktoren. Dadurch erklärt sich der Wechsel von der Psychodynamik zur Verhaltenstherapie, der im Psychologiestudium eintritt.

Schlüsselwörter:
Berufsmotivation; Berufswahl; Psychotherapeuten; Psychodynamik; Verhaltenstherapie; Kölner Inventar zur Berufsmotivation zur Psychotherapie

Motivations for choosing psychotherapy as a career: A comparative study between pupils, students and psychotherapists
Summary
This article refers to results of an empirical study of motivations that influence individuals to enter the field of psychotherapy. The focus is placed on the motivations for the choice of a certain theoretical orientation and therapeutic technique. Theoretical background: Two central motive complexes have been discussed so far which refer either to the personality of the psychotherapist or to situational variables (influences of the universities and continuing education institutes). Method: To examine the motivations for choosing psychotherapy as a career, pupils, students of the psychology and medicine as well as psychotherapists (N = 525) completed an online questionnaire (Kölner Inventar zur Berufsmotivation zur Psychotherapie). Results: The findings show that there is a change ocurring in the preference of a certain theoretical orientation during the studies. It became evident that the choice of a certain therapeutic orientation is shaped decisively by experiences made as a student. The initial attraction to psychodynamic therapy reported by the pupils (52 %) converts into an interest in behaviour therapy (54% of the psychology students). This reflects the fact that about 80% of the departmental chairs are held by behaviour therapists. Conclusion: Situational factors like the lecturers` doctrine determine the students` direction taken in psychotherapy to a greater degree than students` personal factors. This is how the change from the pupils`initial interest in analytic psychology to the students` interest in behaviour therapy can be explained.

Keywords:
occupational motivation; occupational choice; psychotherapists; psychodynamic, behavioral therapy; Kölner Inventar zur Berufsmotivation zur Psychotherapie




 

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