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PSYCHOTHERAPIE BEI SCHWINDELERKRANKUNGEN |
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Helmut Schaaf Psychotherapie bei Schwindelerkrankungen 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2011, 188 S., Euro 19,50 (565-6)
Es gibt mindestens drei gute Gründe, sich als Psychotherapeut und Psychotherapeutin mit "dem Schwindel", seinen vielfältigen Facetten und den notwendigen, oft erfolgversprechenden Therapiemöglichkeiten zu beschäftigen: (1) Als ein Symptom, das immer eine somatische und psychische Erlebnisdimension beinhaltet, ist Schwindel nach den Kopfschmerzen zum zweithäufigsten Leitsymptom geworden. Wie eine Befragung bei über 30.000 Personen zeigt, liegt die Prävalenz von Schwindel bei 17 % und steigt bis auf 39 % bei Patienten über 80 Jahre. (2) Gesichert scheint, dass gut 30 % aller Schwindelformen psychogen zu verstehen sind. Zumindestens eine relevante psychogene Mitbeteiligung weisen 30 % bis 50 % der an Schwindel Leidenden auf. (3) Patienten mit psychogen verursachtem Schwindel sind meist stärker beeinträchtigt als Patienten mit organischem Schwindel. Aber auch bei einer primär organischen Erkrankung entscheidet der sich oft entwickelnde reaktive psychogene Schwindelanteil über den weiteren Verlauf bzw. über partielle oder komplette Berufsfähigkeit.
Wie die Erfahrungen des Autors zeigen, weist auch anhaltender Schwindel ein Verbesserungspotential auf. Dieses Verbesserungspotential gilt es auszuloten und die aufrechterhaltenden Faktoren anzugehen. Im Fokus stehen: • die Vermittlung von Wissen um die Erkrankung (durch kundige Ärzte oder durch das eigene, patientengerechte Fachwissen), • die kognitive Umstrukturierung, • die Bearbeitung des Vermeidungsverhaltens und das Vorbereiten der Bewältigung (Exposition) und • die Bearbeitung der meist unbewußten Anteile in der Gestaltung der privaten und beruflichen Interktionen und Beziehungen.
Dr. med. Helmut Schaaf arbeitete als Anästhesist in Köln, bevor er im Rahmen einer Menièreschen Erkrankung Schwindel als Patient kennen lernte und so aus seinem ursprünglichen Beruf ausscheiden musste. Er ist Leiter des Gleichgewichtsinstitutes der Tinnitus Klinik Dr. Hesse und Oberarzt der Tinnitus Klinik Dr. Hesse im Krankenhaus Arolsen sowie ärztlicher Psychotherapeut.
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"Insgesamt gibt das Buch eine gute Übersicht über die wesentlichen ätiologischen, diagnostischen und therapeutischen Aspekte von Schwindelerkrankungen.... Es ist unverkennbar, dass der Autor tiefenpsychologisch orientiert ist, umso lobenswerter ist es, dass neben den tiefenpsychologischen Verfahren auch medikamentöse und verhaltenstherapeutische Behandlungsansätze dargestellt werden." (Ralf Trippe, in Verhaltenstherapie 2006)
" ... ein schlankes, kleines Buch von einem durch seinen Beruf und eigenen Erfahrungen mit der Menière-Krankheit motivierten Autor ... Fazit: Das Buch ist empfehelenswerrt für alle, die sich beim Schwindelpatienten auch etwas "schwindlig" fühlen. Sie werden Klarheit finden und für die speziellen Probelme des Schwindelbetroffenen sensibilisiert. (Deutsches Ärzteblatt, 9/2006)
... Darüber hinaus zeigt Schaaf störungsorientiert auf, was helfen kann, die psychogenen Anteile des Schwindelleidens zu verändern. Dazu werden tiefenpsychologische Modelle ebenso geschildert wie überwiegend verhaltenstherapeutische Ansätze, die mit Grafiken und Illustrationen unterstützt werden. Ein inzwischen bewährter Ansatz in der Therapie von Ängsten und Phobien entwickelte sich aus der Verhaltentherapie mit der systematischen Desensibilisierung. Dabei besteht das Therapierationale in einer gestuften Konfrontation mit den einzelnen angst- und schwindelauslösenden Reizen (konditionierte und generalisierte Stimuli), um auf diesem Weg eine schrittweise Habituierung der Angstreaktion erreichen zu können. Hilfreich sind dabei sowohl die Herleitung der eigenen Checkliste der Klinik in Arolsen sowie auch testdiagnostische Ansätze aus dem englischsprachigen Raum. Was es darüber hinaus auch für Hals-Nasen-Ohren-Ärzte verlockend machen könnte, ist die gut verständliche Beschreibung hinsichtlich der Genese und der Wortbedeutung sowie des kulturellen Zusammenhangs zum Schwindel, wie auch die somatischen Aspekte umfassende Hilfestellung bei der Diagnostik, und die Vorstellung zweier aus dem amerikanischen kommenden Schwindel-Handicap-Inventare. Letztlich endet der Autor mit dem Plädoyer, dass es für den vom Schwindel Betroffenen wichtig ist, seine – oft schon für den Behandler – schwer verstehbare Erkrankung selber nachvollziehbar begreifen zu können, um dann wieder real in die Bewegung zu kommen, sei dies in einem parallel zu organisierenden Gleichgewichtstraining oder in einem direkt körperliche Komponenten mit einbeziehenden Vorgehen. Abgeschlossen wird das Buch auch durch Hinweise zu Begutachtungsfragen und instruktive Zusammenfassungen und Tabellen. (B. Woller, In Forum HNO)
"Der in der Symptomatik selbst betroffene Arzt und Psychotherapeut stellt eine Schrift zusammen, die jedem psychotherapeutische tätigen Arzt oder Psychologen zu empfehlen ist." (HNO-Nachrichten 1-2007)
"Fazit: Das Buch ist empfehlenswert für alle , die sich beim Schwindelpatienten etwas "schwindlig" fühlen. Sie werden Klarheit finden. Und im besten Fall für die speziellen Probleme der Schwindelbetroffenen sensibilisiert." (Robert Franzke, Deutsches Ärzteblatt, 9-2006)
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