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Vom Opfer zum Täter

ISBN-Nummer: 3-89334-532-8

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Gottfried Fischer, Annika Klein und Alice Orth, unter Mitarbeit von Christiane Eichenberg
Vom Opfer zum Täter
Traumafokussiertes Profiling in der Kriminalpsychologie
2. Aufl. 2013, 200 S., 29,50.- Euro (532-8)

Presseberichte und Fernsehbeiträge über schwere Gewalt- oder Sexualstraftaten erzeugen unverständiges Kopfschütteln beim Rezipienten. Brutalität und Grausamkeit, die einem Menschen durch einen anderen zuteil wird, erzeugen primär Fassungslosigkeit. Erklärungsmodelle werden gesucht, um den Glauben an eine gerechte und sichere Welt aufrechtzuerhalten. Zumeist wird solchen Tätern von der Presse und der Bevölkerung ein "perverser Drang" oder ein "grausames Wesen" zugeschrieben, oder es wird ihnen ihre Menschlichkeit abgesprochen, indem sie als "Sex-Monster" oder "Bestie" abgestempelt werden. Durch diese Form der defensiven Attribution (Ursachenzuschreibung) gelingt es, den Täter als "abnormal" aus der "normalen" Gesellschaft auszugrenzen, wodurch der Glaube an die gute, gerechte und vorhersehbare Welt unversehrt bleiben kann..
Biographien populär gewordener Gewalttäter (zumeist Serienmörder wie Jürgen Bartsch) schildern gehäuft traurige und auch grausame Kindheitsschicksale der Betreffenden, so dass sich die Frage nach Zusammenhängen zwischen selbst erlebter Gewalt und der eigenen Gewaltausübung stellt. Bisherige diesbezügliche Forschungsbemühungen erfassten zumeist nur, dass es solche Zusammenhänge gibt, nicht jedoch warum. Die vorliegende Arbeit geht von einem psychotraumatologischen Ansatz aus und betrachtet die Biographien schwerer Gewaltstraftäter unter einem psychotraumatologischen Fokus. An theoretische Vorstellungen über das Wesen des Traumas und dessen Auswirkungen sowie Bezug nehmende empirische Befunde anknüpfend wird versucht, Hypothesen über Zusammenhänge zwischen traumatischen Erlebnissen einerseits und Gewaltstraftaten andererseits zu formulieren. Anhand der Untersuchung inhaftierter männlicher wie auch weiblicher schwerer Gewaltstraftäter mittels Tiefeninterviews und deren qualitativer Auswertung werden Lebensgeschichte und Tat zueinander in Beziehung gesetzt. Hierbei werden psychotraumatologische Modelle herangezogen, die auf Reinszenierung als Wiederholungstendenz und Bewältigungsversuch der eigenen traumatischen Erlebnisse abheben. Darauf aufbauend werden Profile sowohl der traumatischen Erlebnisse als auch der eigenen Tat erstellt und in einem Profilvergleich auf mögliche Übereinstimmungen/Unterschiede hin untersucht.

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