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HEFT 4/2009 |
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Themenschwerpunkt: Traumatische Ereignisse im interkulturellen Kontext (Hrsg. Rolf Manz)
Christian Hannig und Volker Harks Abstract Kultursensitive Psychosoziale Notfallversorgung in Deutschland – Hintergründe, Grundlagen und Ausbildungsansätze
Katrin Boege Abstract Auslandsentsendungen von Mitarbeitern und deren Familien: Belastungsfaktoren und Traumaprävention
Rolf Manz Abstract Trauma in der Fremde – Psychische Belastungen bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr
Willi Butollo Abstract Trauma-Integration und Kultur
Franz Ruppert Abstract Trauma und symbiotische Verstrickung – von der Familien- zur Traumaaufstellung
Verena Rattensberger und Pia Andreatta Abstract Das Trauma einer Fehlgeburt: Akute Belastungsreaktion, Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses und Kohärenzgefühl
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Christian Hannig und Volker Harks
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Kultursensitive Psychosoziale Notfallversorgung in Deutschland – Hintergründe, Grundlagen und Ausbildungsansätze Christian Hannig und Volker Harks
Zusammenfassung Das Tätigkeitsfeld der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) zeichnet sich durch seine Multidiziplinarität aus. Zur Zeit noch heterogen in Qualität und Quantität, entwickelt sich dieses Feld strukturell und inhaltlich sehr dynamisch in Richtung Standardisierung und Qualitätssicherung. Teil dieses Prozesses ist die Reflexion von PSNV-Maßnahmen vor dem Hintergrund zunehmender kultureller Diversität der Bevölkerung Deutschlands und einer steigenden Anzahl von PSNV-Einsätzen im Ausland. Dieser Artikel skizziert das deutsche PSNV-System, erörtert theoretische Hintergründe und Grundlagen einer kultursensitiven PSNV auf der Basis relevanter Literatur und diskutiert ihre Implikationen für die Versorgungspraxis. Des Weiteren werden Ansätze zur Förderung interkultureller Kompetenz im PSNV-Bereich vorgestellt, Forschungsdesiderate in diesem Bereich formuliert und schließlich ein Ausblick auf die Entwicklung des PSNV-Bereiches und seiner interkulturellen Aspekte unternommen.
Schlüsselwörter Psychosoziale Notfallversorgung; Trauma; Kultur; interkulturelle Kompetenz; interkulturelles Training
Culture-sensitive Psychosocial Crisis Management in Germany – Backgrounds, Basics and Approaches to Trainings Summary A core characteristic of the Psychosocial Crisis Management System in Germany is it‘s multidisciplinary structure. The system is still heterogeneous in quality and quantity, but yet it currently develops dynamically towards standardisation and quality control. This process includes reflections on psychosocial crisis measures in the light of a rising cultural diversity among Germany´s population and increasing numbers of psychosocial missions abroad. In this paper, the German Psychosocial Crisis Management System is outlined, the theoretical backgrounds and basics for increasing intercultural sensitivity within this system are elaborated and the implications linked to the implementation of the theoretical issues are discussed. Furthermore, approaches to specific intercultural trainings are described, possible future research objectives are identified and possible future developments of the system are considered. Keywords Psychosocial Crisis Management; Trauma; Culture; intercultural competence; intercultural training
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Katrin Boege
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Auslandsentsendungen von Mitarbeitern und deren Familien: Belastungsfaktoren und Traumaprävention Katrin Boege
Zusammenfassung Die Anzahl der Auslandsentsendungen steigt. Studien haben bereits viele Facetten des Entsendungsprozesses untersucht. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Entsendungen mit der Familie in Länder, in denen die Sicherheitslage angespannter ist als in Deutschland. Im Zentrum des Artikels steht die Frage, wie eine Vorbereitung der Familien im Hinblick auf die Prävention von Traumatisierungen bzw. anderen psychischen Beeinträchtigungen aussehen sollte. Der Artikel zeigt, dass die Familie bei der Entsendung in Risikogebiete einer besonderen Vorbereitung bedarf, die über die üblichen Vorbereitungsmaßnahmen hinaus den Umgang safety-awareness-trainings, Grundlagen der Notfallpsychologie sowie die Erstellung von Notfallplänen umfassen muss.
Schlüsselwörter Auslandsentsendung; Sicherheitslage; Familie; Traumatisierung; Notfallpsychologie
International Assignments with Families: Stressors and Trauma Prevention Summary The number of expatriates being sent abroad to work is on the rise. Research on international assignments has focused on many aspects of the assignment process. However, family assignments to countries with difficult safety conditions have not so frequently been discussed. This article will focus especially on preventive measures before and during the foreign assignment aimed at avoiding traumatisation and associated psychological disorders. It argues, that a thorough and specialized preparation for foreign assignments with families to risky countries is needed, which should go beyond the normal preparation and comprise safety-awareness-training, training in emergency psychology and the elaboration of emergency plans.
Keywords Expatriates; international assignments; family; traumatization; emergency psychology
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Rolf Manz
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Trauma in der Fremde – Psychische Belastungen bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr Rolf Manz
Zusammenfassung Auslandseinsätze, die über längere Zeit dauern sind generell mit Belastungen verbunden. Besonderen Belastungen sind die Soldaten der Bundeswehr ausgesetzt. Der Beitrag systematisiert Belastungen von Bundeswehrsoldaten bei Auslandseinsätzen und beschreibt die besonderen Anforderungen, die sich dabei im Zusammenhang mit kulturellen Überschneidungssituationen ergeben. Zusammen mit einem heterogenen Einsatzspektrum ergibt sich ein hohes Risiko für Traumatisierungen. Dabei überrascht es, dass auffallend geringe Prävalenzraten für PTSD und andere Psychische Störungen bei Heimkehrern aus Krisen- und Kriegsgebieten berichtet werden. Diese Beobachtungen könnten mit einer guten Einsatzvorbereitung einschließlich des Trainings interkultureller Fertigkeiten und der Betreuung während des Auslandsaufenthalts sowie nach der Rückkehr erklärt werden.
Schlüsselwörter Kultursensibilität; Kulturelle Überschneidung; Auslandseinsätze der Bundeswehr
Trauma in the foreignness – Psychological demands within foreign assignments Summary Foreign assignments over a long period are associated with general demands. Soldiers of the Bundeswehr are confronted with special demands. This article gives a systematic review of demands Soldiers of the Bundeswehr are confronted with during foreign assignments, especially within situations of cultural interference. In combination with a weak defined duty description there will be a high risk for traumatisation. But surprisingly, low rates of PTSD and other mental disorders incidence among repatriates from conflict areas and war zones are reported. These observations could be explained by an excellent preparation including training of intercultural competence as well as effective care during and after foreign assignment.
Keywords cultural sensitivity; cultural overlap; foreign assignments of the Bundeswehr
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Willi Butollo
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Trauma-Integration und Kultur Willi Butollo
Zusammenfassung In einer methodenkritischen Vorgehensweise wird die Position dargelegt und begründet, wonach die Bedeutung kulturspezifischer Prozesse bei der Ätiologie, Diagnose und Therapie von Traumafolgestörungen in Fachkreisen überschätzt wird. Prä- und posttraumatisch wirksame sozio-ökonomische Faktoren, Erziehung, staatliche Unterdrückung u. ä. spielen eine erheblich größere Rolle im Spektrum der Bedingungsfaktoren als methodisch zudem kaum fassbare Kulturspezifika. Eigene Untersuchungen und Untersuchungen von Mitarbeitern belegen diese Thesen. Ein kultursensitiver, jedoch weitgehend kulturunabhängiger, die sozialen Fertigkeiten der Klienten fördernder Therapieansatz („Dialogische Exposition“) wird kurz vorgestellt.
Schlüsselwörter Kulturspezifität; Posttraumatische Belastungsstörung; Integrative Traumatherapie; Dialogische Exposition; Kultursensitivität
Trauma-integration and Culture Summary The paper presents a critical position with respect to culture dependent trauma developments and PTSD by enhancing careful methodological analyses of the culture dependent trauma syndromes. Culture dependent trauma symptomatology is understood as overestimated and deflect research attention from more important issues like socio-econimic variables, education, poverty or terror regimes. Brief summaries of own studies in the field support this view. A culture-sensitive but not culture specific approach to trauma therapy, stressing improvement of social interaction skills („Dialogical Exposure“) is briefly described as a culture free intervention strategies for PTSD and related syndromes.
Keywords Trauma; culture-sensitivity; cross-cultural methodology; social skills training for trauma patients; dialogical exposure; integrative trauma therapy
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Franz Ruppert
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Trauma und symbiotische Verstrickung – von der Familien- zur Traumaaufstellung Franz Ruppert
Zusammenfassung Aufstellungen sind eine Methode, die unterschiedlich angewandt werden kann. Verknüpft man Erkenntnisse der Bindungstheorie mit denen der Psychotraumatologie so ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, Aufstellungen für psychotherapeutische Zwecke zu nutzen. Die ursprünglich von Bert Hellinger entwickelte Vorgehensweise der „Familienaufstellung“ kann so zur Traumaaufstellung modifiziert werden. Grundvoraussetzung dafür ist sowohl das Verständnis für klassische Traumata (lebensbedrohliche Situationen und schmerzliche Verluste) wie für Bindungstraumata, die entstehen, wenn Kinder versuchen, sich an traumatisierte Eltern zu binden. Das im Vergleich zu Familienaufstellungen grundsätzlich andere Vorgehen bei einer Traumaaufstellung wird verdeutlicht.
Schlüsselwörter Traumata; Bindungsstörungen; Persönlichkeitsspaltungen; mehrgenerationale Übertragung von Traumata; Traumaaufstellung; Familienaufstellung; symbiotische Verstrickung, Symbiosetrauma
Trauma and Symbiotic entanglement – from family to trauma constellations
Summary The Constellations method can be applied in different ways. If one connects bonding theory with the knowledge of psychotraumatology it is possible to use constellations for a new approach in psychotherapy. Family constellations originally were developed by Bert Hellinger and with a profound modification they can be transformed into trauma constellations. Therefore it is necessary to understand both classical types of trauma – trauma of existential threads, loss trauma – and bonding traumas that result from the entanglement of children with their traumatized parents. The specific approach of trauma constellations in compare to family constellations is shown in this paper.
Keywords Trauma; bonding disorders; splits of personality; transgenerational effects of trauma; family constellations; trauma constellations; symbiotic entanglement
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Verena Rattensberger und Pia Andreatta
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Das Trauma einer Fehlgeburt: Akute Belastungsreaktion, Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses und Kohärenzgefühl
Verena Rattensberger und Pia Andreatta
Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit untersucht eine erlittene Fehlgeburt als potentiell traumatisches Ereignis. Wir beschreiben traumatische Situationsfaktoren und erheben anhand einer Stichprobe von 45 Frauen akute Belastungsreaktionen (Akute Belastungsstörung ABS) wenige Tage nach der Kurretage. Die in Folge einer Traumatisierung auftretende Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses untersuchen wir anhand der Formulierung der „World Assumptions“ nach Janoff-Bulman. Weiters gehen wir von der protektiven Wirkung des Kohärenzsinns (Sense of Coherence SOC) für Belastungsfolgen aus. Die Ergebnisse der Fragebogenuntersuchung zeigen, dass bei 66,6% der Frauen die Diagnose einer ABS auftritt, wobei alle 45 Frauen die Traumakriterien erfüllen. Sie sind in ihrem Selbst- und Weltbild v.a. hinsichtlich der Grundannahmen Wohlwollen der Welt/ der Menschen, der Kontrollierbarkeit, der Selbststeuerbarkeit und der Gerechtigkeit erschüttert, wobei sich ein besonderes Ergebnismuster zeigt. Darüber hinaus treten unter höher ausgeprägtem Kohärenzgefühl weniger Belastungsreaktionen auf.
Schlüsselwörter Fehlgeburt; Akute Belastungsreaktion; Akute Belastungsstörung ABS; Trauma; Selbst- und Weltverständnis; Kohärenzsinn
The Trauma of a Misscariage: Acute Stress Reaction, Shattered Assumptions and Sence of Coherence
Summary In this study we discuss miscarriage to be a traumatic event. We describe traumatic situation factors and examine the incidence of acute stress reactions (Acute Stress Disorder – ASD) based on a sample of 45 women just a few days after the surgical intervention. Shattered assumptions which appear through the trauma we survey according to the formulation of the „Assumptive Worlds“ by Janoff-Bulman. Furthermore we assume Antonovsky’s „Sense of Coherence“ (SOC) to be a protective factor against trauma reactions. Results show that among 66,6% of the women Acute Stress Disorder is diagnosed. Their view of themselves and the world is affected in terms of assumptions about benevolence of the world and people, self/ controllability and justice. Moreover there are less trauma reactions under the influence of a higher level of the sense of coherence.
Keywords Miscarriage; Acute Stress Reaction; Acute Stress Disorder; Trauma; Assumptive Worlds; Sense of Coherence
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Heft 3/2009
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