Sie sind hier: Zeitschrift Trauma ZPPM-Archiv 2003  
 ZPPM-ARCHIV
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
 ZEITSCHRIFT TRAUMA
Themenhefte aktuell
Hefte zum Download
ZPPM-Archiv
Herausgeber
Redaktion
Beiräte
Autorenhinweise
Abos
Mediadaten

In Ihrem Warenkorb: 0 Artikel, 0,00 EUR


HEFT 3/2003
 
 

6,50 EUR

 

incl. 7% USt. zzgl. Versand

Sofort lieferbar  
 
Anzahl:   St



Preis in anderen Währungen




 

Themenschwerpunkt:
Behandlung psychotraumatischer Belastungsstörungen mit EMDR

Christine Rost
Abstract
EMDR in der Behandlung von chronischem Schmerz

Wolfgang Wöller
Abstract
EMDR in der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen

Martin Sack, Wolfgang Lempa und Friedhelm Lamprecht
Abstract
EMDR in der Behandlung dissoziativer Störungen

Günter H. Seidler, Doris F. Feurer, Frank E. Wagner und Ralph Micka
Abstract
Zur Frage der Anwendung von EMDR bei Schädel-Hirn-Traumatisierten

Martin Sack, Lucienne Nickel, Wolfgang Lempa und Friedhelm Lamprecht
Abstract
Psychophysiologische Regulation bei Patienten mit PTSD: Veränderungen nach EMDR-Behandlung

Natascha Unfried
Abstract
Trauma und Entwicklung: Physiologische und biologische Veränderungen nach frühen kindlichen Traumata und deren Behandlungsmöglichkeit

nach oben




 

Christine Rost

Zusammenfassung
Chronische Schmerzen sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet und stellen das Medizinsystem noch immer vor große Probleme. Auffällig ist das häufige gleichzeitige Auftreten von psychischen Störungen. Die Bedeutung der Emotionen in der Schmerzwahrnehmung und Verarbeitung ist erst in den letzten Jahren näher untersucht worden. Bisher gibt es aber erst wenige Untersuchungen über die Bedeutung von Traumata in der Vorgeschichte und das gleichzeitige Auftreten von chronischen Schmerzen und einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Diese Kombination führte zu Behandlungsversuchen von chronischen Schmerzen mit EMDR. Die Ergebnisse erster Pilotstudien mit chronischen Schmerzen und Phantomschmerzen machen Mut, diesen Einsatzbereich für EMDR weiter zu erforschen. Auch die eigenen Erfahrungen von Patienten mit chronischen Schmerzen und einer gleichzeitigen PTBS sind positiv mit der Behandlung von EMDR mit einer Abnahme von Symptomen und Schmerzen.

EMDR in the treatment of chronic pain

Summary
Chronic pain is widespread in our society and it continues to pose a serious medical problem. One of its remarkable features is that it often occurs simultaneously with psychic disorders. More detailed investigations of the significance of emotions in the perception and processing of pain have only been undertaken in recent years. To date, there are very few published studies which consider the significance of traumas in the medical history and the simultaneous presence of chronic pain and PTSD. All these factors initiated attempts to treat chronic pain with EMDR. The initial results of a pilot studies involving chronic and phantom pain are encouraging enough to justify further investigations on such an application of EMDR. Treating patients suffering simultaneously from chronic pain and PTSD with EMDR has produced positive responses with an decrease in symptoms and pain.

nach oben




Wolfgang Wöller

Zusammenfassung
Die Arbeit stellt dar, (1) welche Modifikationen oder Einschränkungen sich für die Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen mit EMDR durch die Präsenz komorbider Persönlichkeitsstörungen ergeben und (2) welche Möglichkeiten EMDR darüber hinaus für die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen ohne die Symptomatik einer PTBS bieten kann. Beim Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung muss EMDR in einen Gesamtbehandlungsplan integriert werden, der neben umfassender Stabilisierung, Symptomkontrolle und Ressourcenaktivierung die Modifikation verzerrter interpersoneller Wahrnehmungsmuster und maladaptiver Interaktionsmuster umfasst. Probleme der therapeutischen Arbeitsbeziehung können die Stabilisierungsphase schwierig und zeitaufwändig gestalten. Die EMDR-Technik muss entsprechend dem Typ der Persönlichkeitsstörung, der Abwehrstruktur und der symptomatischen Komorbidität modifiziert werden. Zusätzlich zur Behandlung von Traumatisierungen kann EMDR zur Bewältigung aktueller und künftiger Stressoren und zur Ressourcenstärkung eingesetzt werden.

EMDR in the treatment of personality disorders

Summary
EMDR has been shown to be an effective treatment method in posttraumatic stress disorder (PTSD). There is a marked comorbidity between PTSD and personality disorders, some of which have been found to be long-term sequelae of cumulative childhood physical and sexual traumatization. Personality disorders are also included in the concepts of "complex PTSD" and "DESNOS". The paper discusses (1) modifications and limitations of EMDR technique required for treatment of posttraumatic stress disorder with comorbid personality disorders, and (2) further applications of EMDR in the treatment of personality disorders without PTSD. If comorbid personality disorder is present, EMDR has to be integrated into a complex treatment plan which includes stabilization, symptom control, resource installation, identification of distorted interpersonal perceptions, and modification of maladaptive interpersonal interactions. Because of the central role of generalized negative beliefs in maintaining cyclical maladaptive patterns, EMDR is regarded a valuable tool to modify negative beliefs along with processing traumatic memories and body sensations. Problems of therapeutic alliance due to transference phenomena and acting-out can make stabilization difficult and time-consuming. EMDR technique should be subjected to important modifications depending on personality disorder subtype, defence structure and symptomatic comorbidity. Structural dissociations of the personality (e.g. as in dissociative identity disorder) call for a consideration of all ego-states of the personality system before planning EMDR treatment. In addition to unresolved trauma, current and future interpersonal stressors can be chosen as EMDR targets.

nach oben




Sack, Lempa und Lamprecht

Zusammenfassung
Die EMDR-Behandlungsmethode ist nach unserer Erfahrung eine sehr wirksame Technik zur Behandlung von traumatischen Erinnerungen bei Patienten mit dissoziativen Störungen. Ziel der Traumabearbeitung bei dissoziativen Patienten ist neben der Reduktion der Belastung durch posttraumatische Symptome, das Verfügbarmachen der zuvor abgespaltenen Erinnerungen im Sinne einer Integration dissoziierter Erlebnisinhalte. Die EMDR-Behandlung von dissoziativen Patienten muss, ggfls. durch Modifikation des Standard-Protokolls, auf die individuelle Belastbarkeit angepasst werden. Da dissoziative Erinnerungsbarrieren durch eine EMDRBehandlung unter Umständen sehr rasch unterlaufen werden, verbunden mit der Gefahr einer Übererflutung durch aversive Reize, sollte diese nur von ausreichend erfahrenen Therapeuten und mit Sorgfalt im Kontext einer umfassenden Traumatherapie eingesetzt werden.

EMDR-treatment of patients with dissociative disorders

Summary
From our experience EMDR is a powerful method in the treatment of traumatic memories of patients with dissociative disorders. For these clients the aim of therapy is not only a reduction of intrusive symptoms but also the regaining awareness and integration of previously dissociated traumatic memories. The EMDR treatment protocol has to be adapted in every single case to the reduced coping capacities of patients with dissociative disorders. Since memory barriers could be overrun very quickly, with the consequence of overwhelming aversive affects, EMDR-treatment of dissociative patients should only be administered by well experienced therapists within a comprehensive context of trauma therapy.

nach oben




Seidler,Feurer, Wagner und Micka

Zusammenfassung
Literaturbefunde und eigene klinische Erfahrungen zeigen, dass bei einer großen Anzahl von Schädel- Hirn-Traumatisierten die komorbide Diagnose einer ASD oder einer PTSD vergeben werden muss. Die Entstehung von Intrusionen kann unterschiedlich plausibilisiert werden. Die Autoren schlagen als Erweiterung bestehender Ansätze dazu die Möglichkeit "phantasmatischer Intrusionen" vor, als Ausdruck bildhafter Ausgestaltungen der erlebten Todesgefahr. Kasuistisch wird die erfolgreiche Anwendung von EMDR gezeigt. Es werden bestimmte Modifikationen vorgeschlagen, mit denen ein möglicherweise für diese Gruppe von Patientinnen und Patienten charakteristischer Assoziationsprozess in Gang kommen kann.

On the Application of EMDR in the Treatment of Brain-Injury Patients

Summary
Literary findings as well as our own clinical experiences show that a large number of patients with head injuries had to be additionally diagnosed with either ASD or PTSD. The formation of intrusions can be interpreted differently. The authors propose possible "phantasmatic intrusions" as an enhancement of current approaches for the pictorial forms of the experienced life-threatening danger. A case report shows the successful use of EMDR. Certain modifications are proposed in which the characteristic association process for this group of patients can be launched.

nach oben




Sack, Nickel, Wolfgang Lempa und Lamprecht

Zusammenfassung
Uns interessierte die Frage, ob die EMDR-Behandlung bei Patienten mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD) neben einer Symptomreduktion auch mit einer verbesserten psychophysiologischen Regulationsfähigkeit einhergeht. 15 Patienten (9 w, 6 m) mit PTSD nach Einzeltraumatisierung wurden vor und nach einer EMDR- Behandlung sowie in einer 6-Monate Katamnese per Fragebogen (PDS, IES, STAI, SCL-90-R) sowie mit psychophysiologischen Parameter (HR, HRV) während Konfrontation mit der individuellen traumatischen Erinnerung (Traumaskript) untersucht. Im Vergleich Prä-/Post, sowie Prä-/Katamnese kam es zu einer signifikanten Abnahme der Beschwerden in allen Symptombereichen. Gleichzeitig konnte nach Behandlung und in der Katamnese eine signifikante Verminderung des Anstiegs der Herzfrequenz während Konfrontation mit dem Traumaskript beobachtet werden. Der HF-Anteil der Herzratenvariabilität als Indikator für den Parasympathikotonus nahm im Vergleich Prä-/Katamnese unter Ruhebedingungen sowie während Traumaskript signifikant zu. Die EMDR-Behandlung erwies sich als wirksam hinsichtlich einer Reduktion der traumaassoziierten Symptomatik und einer Reduktion des psychophysiologischen Arousals bei Konfrontation mit der belastenden Erinnerung. Die Zunahme der HRV im Behandlungsverlauf im Sinne eines höheren Parasympathikotonus lässt auf eine Verbesserung der psychophysiologischen Regulationsfähigkeit schließen.

Psychopyhsiological regulation in patients with PTSD: improvement after EMDR-treatment

Summary
Our question was whether PTSD-patients would show a decrease of trauma associated symptoms as well as improved psychophysiological regulatory capacities after EMDR-treatment. 15 patients (9 f, 6 m) with PTSD after single traumatizations underwent psychometric assessment including questionnaires (PDS, IES, STAI, SCL-90-R) and psychophysiological variables (HR, HRV) during presentation of their individual trauma script before and after treatment and in a 6-month follow-up. Pre-/post as well as pre-/follow-up comparison showed significant decreases in all symptom measures. At the same time HR acceleration during trauma script decreased significantly after treatment. HF-HRV an indicator for parasympathetic tone increased significantly during baseline as well as during trauma script in pre-/post comparison. EMDR treatment lead to an effective and lasting symptom reduction as well as to a reduction of the psychophysiological arousal associated with the traumatic memory. Enhancement of HRV after treatment in terms of a higher parasympathetic tone might be the result of improved psychophysiological regulatory capacities after successful EMDR treatment.

nach oben




Unfried

Zusammenfassung
Die Entwicklung des Kindes ist heutzutage als Prozess zu verstehen. Ein Kind ist dementsprechend zu jedem Zeitpunkt seiner Entwicklung "reif", einschließlich seines intrauterinen Lebens, d.h. es verfügt über die für die jeweilige Zeit notwenige Ausstattung. Von Beginn an erfolgt dieses mehr oder weniger störanfällige Geschehen mit anderen im aktiven intra- und interagierenden informativen, energetischen und stofflichen Austausch. An diesem Entwicklungsprozess nimmt der gesamte Körper, jede Zelle, einschließlich des Gehirns als Organ der sensomotorischen und psychophysischen Verarbeitung teil. Die Stressreaktion und Stress auf bewältigbarem Niveau hilft dem Kind kritische Phasen zu überstehen (Hüther, 1999). Jedoch führt nicht bewältigbarer Stress zu tiefgreifenden Veränderungen funktionell bis strukturell, wenn der Organismus keine neue Lösungsmöglichkeit findet. Mehrere Autoren belegen, dass traumatische Erlebnisse Veränderungen im limbischen System und Cortex zeigen können (Hüther, 1999; van den Kolk, 1998; Roth, 1998). Bei unkontrolliertem Stress (frühzeitig) kommt es zur Daueraktivierung der Amygdala und über die Amygdala zur Aktivierung mehrerer Systeme, unter anderem auch der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- Achse mit einem Ausschütten von Stresshormonen. Diese Daueraktivierung löst körperlich die Notfallreaktion im Sinne einer Schockreaktion aus, gleichzeitig führt sie zur Störung der Einspeicherung von Informationen in den Hippocampus. Die imaginativ-methodische Herangehensweise scheint für frühtraumatisierte Kinder und Jugendliche eine Möglichkeit zu sein, die dissoziierten Anteile der traumatischen Szene abzurufen und somit einen Weg zur Integration zu finden. Die therapeutische Beziehung ermöglicht das Wiedererleben der Schmerzen, der Angst, aber auch die Beendigung der traumatischen Situation. Es konnte gezeigt werden, wie die triggerabhängigen Projektionen bei den Kindern endeten und Veränderungen der Persönlichkeitsentwicklung nachweisbar waren. Der Erfahrungsbericht stellt ein vorläufiges Ergebnis dar.

Trauma and Development: Physiologic and biologic variations after early infant traumatisations and attendance of them

Summary
Children’s development is now understood as a process. Balance and imbalance are said to alternate with one another, and impaired functioning is to be seen as an inducement for further development. Even the early organism has the opportunity of finding a new level of organisation. Right from the beginning, this process, which is susceptible to disruption to a greater or lesser extent, takes place with others in an intra- and interactive exchange of energy and material. This developmental process involves the entire body, every cell, including the brain as the organ of sensomotoric and psychophysical processing. The stress reaction and stress at a manageable level help the child to survive critical periods (Hüther, 1999). However, stress that is not manageable leads to far-reaching changes, in both functional and structural terms, unless the organism finds new solutions. There are sensitive stages during prenatal development that give the brain a high degree of adaptability; however, they also make the embryo, foetus and young infant receptive for disruptive or even hostile influences can lead to changes in the limbic system and the cortex (Hüther 1999; van den Kolk 1998; Roth, 1998). In the event of (early) uncontrolled stress, the amygdala becomes permanently activated, and via the amygdala, several systems are also activated, including the hypothalamic-pituitary-adrenal axis, by the secretion of stress hormones. This permanent activation triggers a physical emergency reaction in the sense of a shock reaction and at the same time leads to a disruption of the storage of information in the hippocampus. The imaginative approach to be a way for children and adolescents with early traumas to recall the dissociated parts of the traumatic scene and hence to find a way of integrating them. The therapeutic relationship allows the pain and fear to be reenacted, but also enables the traumatic situation to be brought to a close. It was able to be shown how the trigger-dependent projections stopped in the children, and changes in personality development were able to be observed. The report presents preliminary results.

nach oben