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DIE "TRAUMZEIT" IM KOLLEKTIVEN GEDÄCHTNIS |
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Monika Pritzel Die "Traumzeit" im kollektiven Gedächtnis australischer Ureinwohner Bd. 16 der Ulmer Kulturanthropologischen Schriften (UKAS). 2006, 190 S., Euro 19,50 (472-1)
Verhaltensnormen und invariante Merkzeichen in der Natur, gekoppelt mit Formen des künstlerischen Ausdrucks und zwischenmenschlicher Kommunikation, z.B. Sprache, Gesang, Tanz und Musik, halfen den Aborigines, geschichtliche Verbundenheit, Recht und Verhaltensgesetze in mythischer Verklärung zusammenzufügen und - als Traumzeit - in der Erinnerung zu bewahren. Angesichts der andauernd notwendigen Anpassung in der Gruppenzusammensetzung der Informationsträger und der Umweltbedingungen ist jedoch eine unverändert bleibende "Traumzeit" bzw. ein kollektives Selbstverständnis nicht zu erwarten. Wie aber die von der Autorin zusammengestellten Feldstudien zeigen, gibt es eine stabile indigene "Traumzeit", auch wenn sich ändernde Ordnungsprinzipien der Informationsauswahl und Weitervermittlung andersartige Gedächtnisinhalte entstehen lassen. Das Prinzip einer symbolischen Relation von Menschen und Schöpfungslegenden bleibt durch die Gesetzmäßigkeiten der kollektiven Erinnerung an die "Traumzeit" erhalten.
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