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PSYCHOLOGIE IM ARBEITS- UND GESUNDHEITSSCHUTZ |
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Rüdiger Trimpop, Monika Eigenstetter, Helmut Nold und Gerd Wenninger Psychologie im Arbeits- und Gesundheitsschutz Ein Handlungsleitfaden für Praktiker. Erscheint 3. Quartal 2011, 250 S., 29,50 Euro (429-2)
Neu bearb. Aufl. von "Arbeitssicherheit und Gesundheit: Psychologisches Grundwissen für betriebliche Sicherheitsexperten und Führungskräfte".
Die einzelnen Kapiteln folgen einem einheitlichen Aufbau:
• Situationsbeschreibung anhand eines Fallbeispiels, das die Sicherheitsfachkräfte aus ihrer Praxis vortragen: Wir führen in diesem Buch jeden Abschnitt mit einem Fallbeispiel ein, das mit Burkardts "Ernstfall-Studie" vergleichbar ist (s. Burkardt 1986, 301 ff.). Die Ernstfall-Studie setzt an sorgfältig vorbereiteten, betrieblich brennenden Problemen an, für die in Gruppen in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten ein Maßnahmenplan zu erstellen ist. Sie als Leserin bzw. Leser befinden sich, wenn Sie diese Passage lesen, zwar nicht in einer Gruppensituation. Diese Fallbeispiele realistische Unfälle, Beiaheunfälle, Gesundheitsprobleme erzeugen Betroffenheit, entspringen der betrieblichen Realität und sind nicht an den Haaren herbeigezogen. Sie mögen Ihnen aber zur anschaulichen Demonstration des alltäglichen Ärgers von Sicherheitsfachkräften dienen. Und Sie können das Fallbeispiel möglicherweise auch aktiv verwenden, wenn Sie als Trainerin oder Trainer arbeiten.
• Naheliegende, aber meist zu kurz greifende subjektive Sichtweisen, Erklärungsversuche bzw. Ursachenzuschreibungen der Mitarbeiter und Führungskräfte für gesundheitsschädigendes oder sicherheitswidriges Arbeiten: Weit verbreitet sind nach wie vor, isoliert einzelne Faktoren/Bedingungen für das Zustandekommen eines sicherheitswidrigen Zustands, eines gesundheitsgefährdenden Verhaltens, einer Gefährdung, eines Beinahe-Unfalls, eines Unfalls, einer Katastrophe oder einer Berufserkrankung verantwortlich zu machen. Multikausale Erklärungsmodelle mit tiefer, weiter zurück liegenden Gründen und gleichzeitig vorliegenden komplexen Ursachenzusammenhängen (TOP-Modell) werden gemieden. o Umfassendere Analyse der geschilderten Problemlage durch Rückgriff auf bewährte Theorien und Rahmenmodelle der Psychologie: Aus Sicht der Psychologie muß eine umfassende Analyse des Unfallgeschehens erfolgen, bevor vorschnell Maßnahmen ergriffen werden. Die unfallbestimmenden Bedingungen müssen in ihren vielfältigen Interaktionen und Zusammenhängen am Arbeitsplatz/Unfall in Betracht gezogen werden. Es sind ganzheitliche Systembetrachtungen nötig, in denen z.B./vor allem berücksichtigt wird, wo die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit liegen bzw. überschritten werden (bereits eine Forderung von z.B. Undeutsch 1986, S.124) und wie sich sichere bzw. sicherheitswidrige Verhaltensgewohnheiten herausbilden.
• Grundsätzliche Lösungswege und verdienstvolle Interventionen aus anderen Unternehmen: Die Professionalisierung der Psychologie im Arbeits- und Gesundheitsschutz ist in den letzten 20 Jahren auch im deutschsprachigen Raum weit vorangetrieben worden. Es gibt ca 500 Fachpsychologinnen und Fachpsychologen, die in der betrieblichen Praxis Behörden, bei der DGUV, bei Krankenkassen, in Unternehmen und als Freiberufler psychologisch fundierte Maßnahmen (mit mehr oder weniger großem Erfolg) umsetzen und für den Wissenstransfer in Psychologie-Netzwerke und -Plattformen sorgen. Auf ihre Projekterfahrungen und Erfolge, aber auch auf die Ergebnisse angewandter internationaler Sicherheitsforschung, soll bei unseren 20 Problemstellungen zurückgegriffen werden.
• Konkrete Vorschläge zum Fallbeispiel und mögliche betriebliche Konsequenzen: Bei jedem Maßnahmenplan gilt es vorwegzuplanen, was sich kurz-, mittel- und langfristig "zutragen" kann, um Rückschläge und Misserfolge zu vermeiden. Wenn z.B. technische Veränderungen nicht umsetzbar sind, weil neu herzustellende Teile nicht zu beschaffen waren, andere erst mit einer Zeitverzögerung von bis zu einem halben Jahr umgesetzt werden können, so wirkt sich dies auf die Motivation aller Beteiligten negativ aus. Und Partizipation der Betroffenen, Verbreiterung der Kommunikation. Übertragung von Verantwortung und Verfügbarmachen von Sachwissen kann leicht mißverstanden werden als Gleichmacherei und Verwischen von Führungsstrukturen mit der Tendenz, chaotische Produktionsverhältnisse zu povozieren.
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